Burg Kreuzenstein

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In der Nähe von Korneuburg in Niederösterreich sieht man schon von der Ferne die Burg Kreuzenstein. In 262 m Höhe war sie im Mittelalter als Verteidigung strategisch wichtig.

Besonders charakteristisch ist, dass die heutige Burg wie ein Puzzle aus den verschiedensten Epochen (Zeiten) zusammengestellt ist.

Burg Kreuzenstein in Niederösterreich - Wingrid Weidinger kiwithek.kidsweb.at, CC0 1.0



Geschichte

In einer Urkunde von 1120 erscheint die Burg „Grizanstein“ erstmals auf. Zu jener Zeit ist der Babenberger Leopold III. der Heilige Markgraf von Österreich. Er ist auch Gründer der Stifte Klosterneuburg und Heiligenkreuz.

Nun wechselt die Burg mehrmals ihren Besitzer. Zunächst kommt die Anlage an König Ottokar II. von Böhmen und nach seinem Tod in der Schlacht auf dem Marchfeld 1278 an die Habsburger. Danach wird die Burg von einem Grafen oder Landesherrn zum nächsten weitergegeben.

Im 17. Jahrhundert wird sie im Zuge des Dreißigjährigen Krieges von Schweden erobert und nach deren Niederlage 1645 von ihnen in die Luft gesprengt.

Die Ruine ist von nun an dem Verfall preisgegeben. Brauchbare Teile werden abgetragen, der Rest verwittert.

Durch eine Heirat kommt die Burg an das Haus Wilczek. Seit 1698 wird sie neu aufgebaut, erhalten, renoviert und der Öffentlichkeit als Kulturgut zugänglich gemacht.


Leopold III. der Heilige - Hans Part commons.wikimedia.org, CC0 1.0
Stift Klosterneuburg - Schletz commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Graf Wilczek

Graf Johann Nepomuk von Wilczek (1837 in Wien geboren) war ein Förderer der Wissenschaft und der Kunst. Bekannt wurde er auch durch seine Güte und Menschlichkeit. Er hatte eine große Sammlerleidenschaft für Kunstwerke, war selbst aber eher bescheiden. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Kronprinz Rudolf.

Er gründete nach einem Brand auf Burg Kreuzenstein, dessen Löschung nicht sehr organisiert war, die Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft, war als Förderer der Gelehrten Ehrenmitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaft und maßgeblich an der Gründung der Rudolfinerhaus-Stiftung (Krankenhaus) beteiligt.

Als die Burg Kreuzenstein an ihn ging, blieb ab 1874 kein Stein mehr auf dem anderen.


Graf Wilczek - Carl Pietzner commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Bau der neuen Burg

Ursprünglich wollte Graf Wilczek eine Begräbnisstätte für seine Verwandtschaft auf Burg Kreuzenstein errichten. Als Fundamente einer ehemaligen Kapelle gefunden wurden, vermutete man, es sei der Eingang zur unauffindbaren Gruft der „Kreuzensteiner“. Das war allerdings ein Irrtum.

Graf Wilczek ließ Gruft und Kapelle neu erbauen und wollte auf der Burg seinen vielen Sammlungen einen Ehrenplatz erweisen. Dazu war noch ein weiterer Ausbau nötig!

Er erforschte genauestens den mittelalterlichen Burgenbau und heuerte gute Handwerker an, die sich diesem Projekt annehmen sollten.

Unterschiedliche Stile und Epochen wurden im Laufe der Jahre nun auf dieser Burg vereint.

Das wurde von vielen Leuten natürlich auch kritisch betrachtet. Dennoch kamen viele Besucher/innen auch schon während der Bauarbeiten, was die Arbeit zum Teil sehr verzögerte.

Bei einem Brand 1915 wurde ein Viertel der Burg vernichtet. Dieser Brand war Anlass für Graf Wilczek, die Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft zu gründen (siehe Abschnitt 2).


Blick auf den Innenhof der Burg - Wingrid Weidinger kiwithek.kidsweb.at, CC0 1.0
Ehrendenkmal - TheOtherSideOfTheLense commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0 AT


Aussehen

Viele unterschiedliche Stile begegnen einander also auf Burg Kreuzenstein. Der Glockenturm ist gotisch, die westliche Loggia romanisch und dazwischen zieren Fachwerkhäuser die Fronten.

Ebenso ist aus den verschiedensten Ecken Österreichs und den angrenzenden Ländern Sammlergut herangetragen worden. Der Torbogen stammt aus einer Ruine aus Oberösterreich, das Fallgatter aus der Steiermark und der Ziehbrunnen aus Venedig – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Die Rüstkammer ist mit Hunderten Gegenständen ausgestattet: Schandmasken, Kettenhemden und Rüstungen, Lanzen,…

Eigentlich ist die ganze Burg ein einziges Museum. Besonders viele Stücke wurden unter großem Aufwand hergebracht oder zusammengebaut. Man bedenke, dass Transportmittel wie Lastwagen noch nicht erfunden waren!


Einen Teil des Innenhofes ziert ein Fachwerkhaus. - Wingrid Weidinger kiwithek.kidsweb.at, CC0 1.0
Der Ziehbrunnen stammt aus Venedig. - Wingrid Weidinger kiwithek.kidsweb.at, CC0 1.0


Besucherinfo

Besichtigen kann man die Burg von innen nur mit einer Führung. Diese dauert etwa eine Stunde und zahlt sich besonders aus! Sämtliche Räume kann man bestaunen.

Achtung: In den Wintermonaten ist die Burg geschlossen! Saisonstart ist meistens Anfang April. Details gibt es unter: www.kreuzenstein.com

Auch das Gebiet um die Burg lädt zu Spaziergängen ein. Weiters gibt es eine Flugschau mit freifliegenden Greifvögeln unmittelbar nebenan.


Hinter dem großen Eingangstor befinden sich viele "Schätze"! - Wingrid Weidinger kiwithek.kidsweb.at, CC0 1.0


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http://www.adlerwarte-kreuzenstein.at

http://www.burgenkunde.at

http://www.donau.com

https://www.kindaktuell.at/ausflugstipp/burg-kreuzenstein.html

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