Katzen

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Katzen sind sehr eigenwillige Geschöpfe. Im Gegensatz zu Hunden sehen sie ihre Besitzer als Mitbewohner, die von ihnen geduldet werden. Sie kommen liebevoll zu ihnen, wenn sie gestreichelt werden oder spielen wollen, oder wenn sie hungrig sind. Die übrige Zeit gehen sie ihre eigenen Wege.


Ihre Schlaf- und Ruheplätze suchen sie sich selber. Von ihren Besitzern gekaufte kuschelige Körbchen oder schöne Kratzbäume werden nur milde belächelt. Der hölzerne Türstock, die Tapete oder das neue Sofa eignen sich ihrer Meinung nach viel besser zum Schärfen ihrer Krallen. Und der Platz direkt neben der Computertastatur oder oben auf dem Aquarium sind wesentlich angemessenere Plätze, um den Mittagsschlaf zu halten.


Katzen sind scheinbar unerziehbar und machen immer nur das, was sie gerade wollen. Das stimmt aber nur zur Hälfte.

Hauskatzen - Brigitte Ulm wibs, CC BY-NC-SA 3.0 AT
Gutes Versteck! - Lara wibs, Standardurheberrechtsschutz


Diese kleine Rauferei ist nur Spiel - Lara wibs, Standardurheberrechtsschutz


Geschichte

Unsere Hauskatze, wie wir sie heute kennen, stammt ursprünglich von der Falbkatze ab, die auch heute noch hauptsächlich in Nordafrika und Asien beheimatet ist.

Bereits im Alten Ägypten, also vor mehr als 5000 Jahren, wurden Katzen als Haustiere gehalten. Sie waren sehr beliebt, weil sie die schädlichen Nagetiere in den Kornfeldern entlang des Nils bekämpften.

In Ägypten wurden Katzen sogar als heilig verehrt. Die Göttin der Fruchtbarkeit wurde mit einem Katzenkopf dargestellt. Wenn eine Katze starb, wurde ihr Körper mumifiziert, und sie bekam als Grabbeigaben Spielzeug für ihr nächstes Leben. Es war sogar verboten, Katzen außer Landes zu bringen. Doch phönizische Seeleute nahmen sie mit auf ihre Schiffe und brachten sie in den gesamten Mittelmeerraum, wo sie sich schnell verbreiteten.

Später im Mittelalter wurden die Katzen (vor allem, wenn sie ein schwarzes Fell hatten) durch Aberglauben und Mythen als Hexensymbol verachtet und am Scheiterhaufen verbrannt. Dennoch trugen sie viel zur Bekämpfung der Pest bei, weil sie die Überträger der Krankheit, die Ratten, fingen.

Der Aberglaube, der mit schwarzen Katzen zusammenhängt, ist auch heute noch weit verbreitet. So soll es beispielsweise Unglück bringen, wenn einem eine schwarze Katze von links nach rechts über den Weg läuft.

Europäische Wildkatze - Aconcagua commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Falbkatze - Sonelle commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Aussehen

Katzen zählen zur großen Familie der Katzenartigen und sind Raubtiere. Wie bei allen Raubtieren sind ihre Augen nach vorne gerichtet, damit sie ihre Beute bei der Verfolgung besser sehen.

Katzen besitzen, je nach Rasse, einen runden bis dreieckigen Kopf und zwei vergleichsweise kleine, spitze Ohren. Die Größe der Ohren hängt von der jeweiligen Rasse der Katze ab. So haben zum Beispiel Siam-Katzen eigentlich sehr große Ohren, die weit seitlich vom Kopf abstehen.

Katzen haben außerdem einen langen Schwanz (außer die Manx-Katze) und ein dichtes, weiches Fell. Es gibt aber auch eine Katzenrasse, die kein Fell, sondern nur noch einen leichten Flaum, der den Körper bedeckt, besitzt – die Sphynx-Katze.

Maine Coons zählen zu den größten Katzenrassen - Dominique Jacholke commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Besonderheiten

Die Schnurrbarthaare (Tasthaare) von Katzen, die an der Schnauze sitzen, stehen seitlich ein wenig über den Körper hinaus. Sie helfen den Katzen abzuschätzen, ob sie durch schmale Spalten noch durchpassen oder nicht.

Katzen haben auch scharfe Krallen, die sie jedoch einziehen können. Auf der Jagd, oder wenn sie sich bedroht fühlen, können sie die Krallen blitzschnell ausfahren und entweder die Beute packen, oder kratzen.

Das Gebiss der Katzen ist ein typisches Raubtiergebiss mit langen Eckzähnen. Diese ermöglichen der Katze, ihre Beute festzuhalten.

Katzen sind geschickte Klettertiere und gute Springer. Außerdem können sie sehr gut hören und sehen. Mit ihren hervorragenden Augen können Katzen auch in der Dämmerung und in der Dunkelheit sehr gut sehen.

Katzen haben ein recht gutes Gleichgewicht - rihaij pixabay.com, CC0 1.0


Lebensraum

Katzen leben heute hauptsächlich in Häusern und Wohnungen. Sie finden sich aber auch in der freien Natur hervorragend zurecht. Früher, aber auch heute noch, wurden diese Tiere auf Bauernhöfen gehalten, um dort Mäuse und Ratten zu jagen. Diese Katzen sind manchmal sehr scheu und lassen sich von den Menschen nicht angreifen. Wenn Katzen nicht von klein auf an den Menschen gewöhnt sind, oder von ihrer Mutter lernen, dass sie den Menschen vertrauen können, gehen sie ihnen aus dem Weg.

Echte Wildkatzen gibt es auch heute noch. Bei uns sind diese freiheitsliebenden Tiere jedoch hauptsächlich in Tiergärten zu bewundern.

Bei den „Wildkatzen“, die nach wie vor in unseren Wäldern, Dörfern und Städten herumstreifen, handelt es sich um verwilderte Hauskatzen – so genannte Streuner.

Eine besondere Freundschaft - Andrea K. wibs, Standardurheberrechtsschutz


Auf der Jagd

Katzen sind sehr geschickt, wenn es darum geht, Beute zu machen. Lautlos schleichen sie sich an die Beute an oder verharren bewegungslos vor einem Mäuseloch. Lässt sich eine Maus dann blicken, packen sie blitzschnell zu.

Katzenmütter bringen ihren Babys die Jagd langsam bei. Erst bringen sie bereits tote Tiere zu den Jungen, damit diese lernen, was sie fressen können. Wenn das gut funktioniert, bringen sie Beutetiere, die zwar schon schwer verletzt sind, sich aber noch ein wenig bewegen können. Die Jungen sollen lernen, die Beute zu jagen und zu erlegen. Gelingt ihnen auch das, bringt die Mutter Mäuse, die sie zwar gefangen, nicht jedoch verletzt hat. Nun können die Kleinen beweisen, was sie bereits gelernt haben. Ist dies auch geschafft, sind sie von ihrer Mutter nicht mehr abhängig und können sich selbstständig machen.

Hauskatzen, die auch ins Freie dürfen und keinen eigenen Nachwuchs haben, zeigen dieses Verhalten manchmal auch „ihren“ Menschen gegenüber. Da heißt, sie bringen die Beute ins Haus – erst tot, dann verletzt und schließlich quietschlebendig. Ihre „Mitbewohner“ sollen schließlich auch lernen, wie gejagt wird.

Katze und Maus - Gennaro Visciano www.flickr.com, CC BY 2.0


Haltung

Katzen sind sehr freiheitsliebend und gehen gerne in der freien Natur spazieren. Es ist aber auch möglich, Katzen an Wohnungen zu gewöhnen. Das geht am Besten, wenn sie von Geburt an nichts anderes kennen. Hat eine Katze erst einmal den Garten entdeckt, ist sie unglücklich, wenn sie nicht mehr raus darf.

Werden Katzen in der Wohnung gehalten, brauchen sie einen Schlafplatz, der möglichst hoch oben ist. Das kann ein Kratzbaum mit einer hohen Plattform, oder auch ein Kasten sein, auf den sie hochklettern können. Damit eine Katze nicht die ganze Wohnung „zerkratzt“, braucht sie eine Möglichkeit, ihre Krallen an einem dafür vorgesehenen Stamm, oder Kratzbaum zu schärfen. Auch hier gilt, die Katze gleich von Anfang an daran zu gewöhnen. Katzen können diese Dinge etwa bis zu ihrem 7. Lebensmonat lernen – entweder von ihrer Mutter, oder von einem Menschen, der sich entsprechend mit ihnen beschäftigt.

Sind Katzen in einem Haus daheim und dürfen sie ins Freie, so ist es günstig, eine kleine Katzentüre anzubringen. Sie haben dadurch die Möglichkeit, zu kommen und zu gehen, wann sie wollen. Doch Achtung! Steht das Haus neben einer stark befahrenen Straße, sollten Katzen nicht unbedingt raus dürfen. Sie kommen mit dem Autoverkehr nur schlecht zurecht. Viele Katzen werden an solchen Straßen von Autos überfahren.

Katzen verbringen viel Zeit mit ihrer Fellpflege - cocoparisienne pixabay.com, CC0 1.0
Ein erhöhter Aussichtsplatz gefällt allen Katzen - Lara wibs, Standardurheberrechtsschutz


Ernährung

Katzen sind grundsätzlich Fleischfresser. Sie benötigen aber auch einen geringen Anteil an Getreide, da die Mäuse, die ihre natürliche Beute darstellen, meist Getreidereste in ihren Mägen haben. Diese werden von den Katzen mit gefressen.

Für eine Katze ausgewogen zu kochen, ist beinahe unmöglich und außerdem sehr zeitaufwendig. Deshalb ist es besser, diese Tiere mit Fertigfutter (trocken oder nass) zu füttern. Die Menge und Art des Futters richtet sich nach dem Alter und der Größe der Katze. Junge und sehr alte Tiere benötigen eine andere Nährstoffzusammenstellung, als erwachsene, aktive Katzen.

Was einer Katze schmeckt und was nicht, ist sehr unterschiedlich. Jede hat ihre eigenen Vorlieben. Wichtig ist, dass Futterreste nicht im Napf stehen bleiben dürfen, da diese schnell verderben und die Katze krank machen könnten.

Eine Katze benötigt auch immer frisches Trinkwasser. Besonders Katzen, die hauptsächlich Trockenfutter fressen, brauchen viel Wasser.

Gib der Katze bitte nie Milch zum Trinken. Erwachsene Katzen können die Milch nicht mehr verdauen und bekommen Durchfall. Du tust der Katze damit also nichts Gutes. Hast du eine junge Katze, dann kannst du ihr spezielle Katzenmilch anbieten, die es im Handel zu kaufen gibt.

Katzenfütterung - aimee rivers www.flickr.com, CC BY-SA 2.0


Paarungszeit

Weibliche Katzen werden im Frühjahr rollig. In dieser Zeit streichen sie mehr als sonst um unsere Beine, werfen sich auf den Rücken und beginnen manchmal herzzerreißend zu Miauen. Jetzt wollen sie ins Freie, um einen Kater zu finden.

Wenn sich Katze und Kater in dieser Zeit treffen, wird es turbulent. Die Katze signalisiert deutlich, was sie will und der Kater packt die paarungswillige Katze am Nacken. Während der Paarung und auch danach schreit die Katze so laut, dass man glauben könnte, sie hat Schmerzen. Das stimmt auch. Doch durch diesen Schmerz der Katze wird ihr Eisprung ausgelöst und die Befruchtung der Eizellen wird ermöglicht. Diesen Vorgang hat die Natur deshalb so eingerichtet, weil Katzen in freier Wildbahn Einzelgänger sind. Sie treffen einander nur selten. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze ausgerechnet dann einen Kater trifft, wenn der richtige Zeitpunkt zur Befruchtung ist, wäre sehr gering. Der Fortbestand der Tierart wäre gefährdet.

Nach der Paarung gehen Katze und Kater wieder getrennte Wege.

Katze mit ihren Jungen - Christian Schnitz www.flickr.com, CC BY-NC 2.0


Katzenbabys

Etwa neun Wochen nach der Paarung bringt die Katze an einem geschützten Platz ihre Jungen zur Welt. Diesen Platz sucht sich die Katze meistens selber aus. Ist die Katze in einer Wohnung oder in einem Haus daheim, so ist es günstig, etwa 1-2 Wochen vor der Geburt eine so genannte Wurfkiste vorzubereiten. Diese Wurfkiste sollte an einem stillen Platz stehen und mit alten Handtüchern oder Bettlaken ausgelegt sein. Gefällt der Katze dieser Platz, so wird sie sich immer wieder dort zum Schlafen legen. Wenn sie den Platz jedoch als ungeeignet empfindet, so kannst du versuchen, einen anderen Ort zu finden.

Katzen, die auf einem Bauernhof zu Hause sind, wählen möglicherweise eine alte, versteckte Kiste oder einen Platz auf dem Heuboden.

Nach der Geburt sind die Jungen noch ganz hilflos. Sie können weder hören noch sehen und sind vollkommen von ihrer Mutter abhängig. Fühlt sich die Mutter an dem Platz mit den Jungen nicht mehr sicher, so sucht sie einen anderen Ort und trägt ihre Jungen dort hin.

Die kleinen Katzenbabys öffnen nach etwa einer Woche langsam ihre Augen. Nach und nach werden sie eigenständiger. Im Alter von vier bis fünf Wochen beginnen sie, neben der Muttermilch auch feste Nahrung zu sich zu nehmen.

Mit acht Wochen sind die Kleinen zwar schon sehr selbstständig, doch bis zu ihrer zwölften Lebenswoche lernen sie von ihrer Mutter noch viele sehr nützliche Dinge – wie zum Beispiel von einem Baum auch wieder runter klettern zu können.

Auch die Raufereien, die sie mit ihren Geschwistern austragen, sind für die Kleinen sehr wichtig. Dabei lernen sie ihr Sozialverhalten. Das bedeutet, sie lernen, was eine Rangordnung ist und wie und wann sie ihre Krallen einsetzen dürfen. Sind die Kleinen zwölf Wochen alt, wäre also die richtige Zeit, sie an ein neues Zuhause zu gewöhnen.

Katzenkinder, die schon früher (oft schon mit 5-8 Wochen) von ihrer Mutter und ihren Geschwistern getrennt werden, neigen dazu, mehr zu kratzen oder auf Bäumen festzusitzen und von der Feuerwehr gerettet werden zu müssen. Deshalb ist es besser, lieber noch die paar Wochen auf das ersehnte neue Haustier zu warten. Das spart manchmal viel Ärger.

Glückliche Mama - Lara wibs, Standardurheberrechtsschutz
Katzenbaby - Ana Sofia Guerreirinho www.flickr.com, CC BY-ND 2.0
neugeborene Kätzchen - Alisha Vargas www.flickr.com, CC BY 2.0


Katzenrassen

Neben den altbekannten Hauskatzen gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Katzenrassen. Wie die einzelnen Rassen auszusehen haben, ist in den so genannten Rassestandards festgeschrieben. Grundsätzlich wird in drei Hauptkategorien unterschieden: Kurzhaarkatzen, Langhaarkatzen und Halblanghaarkatzen.

Die bekannteste Vertreterin der Langhaarkatzen ist die Perserkatze. Sie hat ein flauschiges langes Fell und ein sehr kurze, fast eingedrückte Nase.

Zu den Halblanghaarkatzen zählen etwa die Balinesen, die mit den Siamesen eng verwandt sind, die Norwegischen Waldkatzen, die Main Coon und die Gruppe der Angora Katzen. Main Coon und Norwegische Walkatzen sind übrigens die größten Rassekatzen.

Zur Kategorie der Kurzhaarkatzen zählen beispielsweise die Europäische Kurzhaarkatze, die Britische Kurzhaarkatze („Sheba Katze“) und die Abessinier.

Die Halblanghaar-Rassen und die Kurzhaar-Rassen werden außerdem noch in so genannte Plump- und Schlank-Rassen unterteilt. Zu den Plumprassen zählen, wie der Name schon sagt, Katzen, die eher stämmig sind, während die Vertreter der Schlankrassen meistens sehr dünn sind. Eine Katzenrasse, die als Plumprasse bezeichnet wird, ist beispielsweise die Rasse der Ragdoll. Die bekanntesten Vertreter der Schlankrassen sind die Siamesen.

Balinese - jiva www.flickr.com/, CC BY-NC 2.0


Türkisch Angora - Pablo1964 nl.wikipedia.org, CC BY-SA 3.0


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