Pferd

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Pferde gibt es in unterschiedlichen Größen und Farben. Manche sind besser als Kutschenpferde geeignet, andere sind wunderbare Springpferde und wieder andere Pferde sind tolle Freizeitpartner.

Auf dieser Seite findest du einiges über die Geschichte der Pferde, ihren Körperbau und ihre Gewohnheiten. Es gibt hier auch einen kleinen Überblick über Pferderassen, Farben und Abzeichen. Außerdem erfährst du welche die größten Pferde der Welt sind.

Übrigens: das weibliche Pferd heißt Stute, das männliche Pferd wird Hengst genannt. Ist ein Hengst kastriert, so ist er ein Wallach. Die Pferdebabys heißen Fohlen oder Füllen und sind sie ein Jahr alt, werden sie als Jährlinge bezeichnet.

Pferde sind soziale Tiere. Hier knabbern sie sich gegenseitig am Rücken. - Dellex commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


gescheckter Araber - Kent Pledger commons.wikimedia.org, CC BY 2.0


Geschichte

Die Vorfahren unserer Pferde, wie wir sie heute kennen, lebten vor etwa 55 Millionen Jahren und werden Eohippus genannt. Sie hatten die Größe von Füchsen. Sie hatten noch keine Hufe sondern Pfoten mit Zehen und ernährten sich hauptsächlich von Laub.

Durch Veränderungen des Klimas auf der Erde und die Ausbreitung der Steppe veränderte sich das Eohippus. Es musste sich anpassen um überleben zu können. Die Tiere wurden größer, um sich schneller fortzubewegen.

Die Zähne veränderten sich ebenfalls, da sich das Nahrungsangebot von weichem Laub auf hartes Grasfutter änderte. Im Laufe von beinahe 50 Millionen Jahren entwickelten sich die Vorfahren unserer Pferde langsam in die Pferde, wie wir sie heute kennen.

Wusstest du, dass die Pferde in Nordamerika vor einigen tausend Jahren ausstarben? Erst im 16. Jahrhundert – zur Zeit der Kolonialisierung Amerikas durch die Europäer – kam das Pferd mit den Einwanderern wieder nach Amerika.

Manche dieser Pferde verwilderten wieder, vermehrten sich und zogen in großen Mustangherden über das Land. Vielleicht kennst du Mustangs von Büchern oder alten Filmen. Doch bevor die Mustangs in Amerika Einzug halten konnten, mussten sie erst einmal domestiziert (zu "Haustieren" gemacht) werden.

In Europa gab es die echten Wildpferde. Diese waren in den weiten Steppen der Mongolei heimisch. Obwohl diese Wildpferde, die den Namen Przewalski-Pferde (sprich: Pschewalski) erhielten, in der freien Wildbahn seit fast 50 Jahren ausgestorben sind, gibt es sie noch. Ihre derzeitige Heimat sind Tiergärten. Hier wird versucht, den Bestand dieser seltenen Wildpferde wieder zu erhöhen und sie wieder auszuwildern.

Vom Wildtier zum Nutztier

Früher war das Pferd für die Menschen nichts weiter als ein Beutetier. Pferde wurden wegen ihres Fleisches und Fells gejagt. Später entdeckten die Menschen, dass Pferde auch als Arbeits-, Last- und Reittiere gut zu gebrauchen sind. Also begannen sie, die Pferde zu fangen und zu zähmen.

Nachdem es allerdings sehr zeitaufwendig war, die Wildpferde zu zähmen, gingen die Menschen dazu über, das Pferd langsam zu domestizieren. Das heißt, die Pferde wurden gefangen gehalten, gezähmt und, in Gefangenschaft, weiter gezüchtet. Die Fohlen, die in „Gefangenschaft“ zur Welt kamen, hatten keine Scheu vor den Menschen. Sie wurden „zahm“ geboren. Die Nachkommen dieser Pferde wurden immer zahmer, bis sie schließlich ihre gesamte Wildheit verloren.

Modell eines erwachsenen Eohippus - Dellex commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Mustangs - Bureau of Land Management commons.wikimedia.org, CC0 1.0

Przewalski-Pferde - BS Thurner Hof commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Kaltblüter bei der Waldarbeit - Christian Körtke (chrisko1960) pixabay.com, CC0 1.0


Körperbau

Das Aussehen der Pferde variiert je nach Rasse sehr stark. Grundlegenden Merkmale haben jedoch alle gemeinsam.

Pferde besitzen im Verhältnis zu ihrem Körper einen relativ großen Kopf. Sie gehen auf der Spitze ihrer mittleren Zehe. Die restlichen Zehen haben sich im Laufe der Jahrmillionen zurückgebildet.

Die Augen der Pferde liegen seitlich am Kopf. Durch diese spezielle Augenstellung können sie beinahe rund herum sehen. Es gibt nur einen kleinen Bereich direkt hinter ihnen, den sie nicht überblicken können. Deshalb ist es auch sehr gefährlich, direkt von hinten an ein Pferd heranzukommen. Denn wenn es dich nicht sieht, kann es leicht geschehen, dass es mit den Hinterbeinen nach dir tritt. Dieses Treten mit den Hinterhufen wird ausschlagen genannt und ist sehr gefährlich, da Pferde viel Kraft besitzen.

Die Ohren der Pferde sind sehr beweglich. Sie können in alle Richtungen gestellt werden. An der Haltung der Ohren des Pferdes ist seine Laune erkennbar. So ist ein Pferd beispielsweise aufmerksam wenn die Ohren nach vorne gerichtet sind. Vorsicht ist geboten, wenn das Pferd seine Ohren eng an den Kopf anlegt.

Das Gebiss der Pferde ist das eines Pflanzenfressers. Sie haben breite Mahlzähne mit so genannten Kunden. Kunden sind Vertiefungen an der Zahnoberfläche die wie Landkarten gezeichnet sind.

Fohlen haben bis zum Alter von etwa drei Jahren ein Milchgebiss. An den Zähnen der Pferde kann übrigens ihr Alter geschätzt werden.

Körperbau des Pferdes - DaB. commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Die Ohren dieses Pferdes sind aufmerksam nach vorne gerichtet. - Dori commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0 US


Gangarten

Grundsätzlich wird bei Pferden zwischen 3 Grundgangarten unterschieden.

  • Schritt ist die langsamste Gangart. Sie lässt sich mit unserem „Gehen“ vergleichen.
  • Trabt ein Pferd, so läuft es. Dabei setzt es immer die gegenüberliegenden Beine gleichzeitig auf dem Boden auf.
  • Die schnellste Gangart des Pferdes ist der Galopp. Im Galopp erreichen die schnellsten Pferde der Welt eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h.

Es gibt aber auch Pferderassen, die über mehr als nur drei Gangarten verfügen. Diese Pferde werden als so genannte „Gangpferde“ bezeichnet. Zusätzlich zu Schritt, Trab und Galopp gehen diese Pferde noch den Tölt und manchmal auch den Passgang. Die wahrscheinlich bekanntesten Gangpferde sind die Islandponys.

Galoppierendes Pferd - Alex brollo commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Fellfarben und Abzeichen

Pferde haben die unterschiedlichsten Fellfarben, die in verschiedenen Ländern auch unterschiedlich bezeichnet werden. Im deutschsprachigen Raum gibt es allerdings einheitliche Bezeichnungen der Fellfarben.

Rappen sind komplett schwarze Pferde. Sowohl ihr Langhaar (Mähne und Schweif) als auch ihr Kurzhaar sind schwarz. Rappen sind eher selten, allerdings gibt es Pferderasse, die nur als Rappen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Friesen.

Braune haben ein rötliches bis bräunliches Fell und schwarzes Langhaar, schwarze Beine und ein schwarzes Maul. Braune gibt es in unterschiedlichen Schattierungen von schwarzbraun bis hellbraun.

Füchse tragen ein bräunliches, rötliches oder gelbliches Fell. Auch die Mähne und der Schweif haben bei diesen Pferden die gleiche Farbe. Je nach Helligkeit des Fells wird zwischen Kohlfuchs (ganz dunkel), Dunkelfuchs, Rotfuchs, Kupferfuchs oder Hellfuchs unterschieden.

Der Fellfarbe des Falben ist gelblich-gräulich bis hellbraun. Der Kopf und die Beine sind dunkler und das Langhaar dieser Pferde ist schwarz. Außderdem haben Falben einen so genannten Aalstrich. Das ist ein schwarzer Strich, der von der Mähne weg entlang der Wirbelsäule bis zum Schweif reicht. Ein typischer Vertreter dieser Fellfarbe ist zum Beispiel das Fjordpferd.

Isabellfarbene Pferde haben ein gelbes bis goldgelbes Fell und weiße, silbrige Mähne und Schweif. In Amerika heißen Pferde mit dieser Farbe Palomino.

Schimmel sind weiße Pferde, die immer dunkelhaarig geboren werden. Im Laufe der Zeit werden alle Schimmel weiß. Bevor ein Schimmel jedoch endgültig weiß ist, kann zwischen verschiedenen Farben bzw. Zeichnungen unterschieden werden. Hier gibt es Braunschimmel, Rappschimmel, Rotschimmel, Grauschimmel und Apfelschimmel. Hat ein Schimmel seine entgültige Farbe erreicht gibt es auch hier noch einige Varianten. Hat das Pferd zum Beispiel braune Tupfen im Fell, wird es als Fliegenschimmel bezeichnet.

Außerdem gibt es noch Schecken. Hier werden Rappschecken, Braunschecken und Fuchsschecken unterschieden. Auch wird die Art der Scheckung unterschieden. Es gibt Plattenschecken und Tigerschecken. Diese werden weiter in Tobianos und Overos unterteilt. Overos sind allerdings vorrangig auf amerikanische Pferderassen beschränkt.



Abzeichen

Abzeichen bei Pferden sind weiße Zeichnungen am Kopf und an den Beinen, aber auch Wirbel im Fell werden als Abzeichen bezeichnet. An den Abzeichen können Pferde eindeutig erkannt werden.

Die bekanntesten Abzeichen am Kopf des Pferdes heißen:

  • Flocke: ist eine kleine weiße Stelle auf der Stirn des Pferdes
  • Stern: ist ein kleiner, runder, weißer Fleck auf der Stirne des Pferdes
  • Schmale Blesse: weißer Fleck auf der Stirn, der in einen schmalen Streifen übergeht, der sich über den gesamten Nasenrücken zieht.
  • Breite Blesse: wie die Schmale Blesse, jedoch mit einem breiten Streifen
  • Laterne: sehr breite Blesse, die den Nasenrücken und fast die ganze Stirn vollständig bedeckt und an den Nüstern (Nasenöffnungen des Pferdes) endet
  • Schnippe: weißer Fleck zwischen den Nüstern des Pferdes


Die Bezeichnungen der Abzeichen an den Pferdebeinen heißen:

  • Weiße Krone
  • Weißer Ballen
  • Halbweiße Fessel
  • Weiße Fessel
  • Halbweißer Fuß
  • Weißer Fuß
  • Hochweißer Fuß


Fuchs - Thomas Reich commons.wikimedia.org, CC BY-SA 2.5

Abzeichen: Stern - Andizo commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0
Laterne - Malcolm Morley commons.wikimedia.org, CC0 1.0

weiße Fessel - Norbert Aepli commons.wikimedia.org, CC BY 2.5


Fütterung

Pferde fressen hauptsächlich Heu, Gras und verschiedene Kraftfuttersorten wie Hafer, Gerste und Pellets (Kraftfuttermischungen). Die Fütterung der Pferde ist auf jedes einzelne Tier abgestimmt. Je nach Größe und Bewegung aber auch Rasse des Pferdes benötigt es unterschiedliche Futterarten und Futtermengen.

Da der Verdauungsapparat der Pferde sehr empfindlich ist, ist es wichtig, die Fütterung der Pferde Fachleuten zu überlassen oder sich vorher genau über den Bedarf des jeweiligen Pferdes zu erkundigen. Wird ein Pferd nicht ausgewogen und seinen Bedürfnissen richtig ernährt, so kann es zu schlimmen Koliken (Krämpfe im Darm) und zu Hufrehe (Krankheit der Hufe bei der Pferde nicht mehr aufstehen können) kommen. Pferde können an diesen Krankheiten sogar sterben!

Pferde auf der Weide - Hans Benn pixabay.com, CC0 1.0


Pflege

Zur Körperpflege der Pferde gehört das Striegeln des Fells und die Pflege der Hufe.

Bevor ein Pferd gesattelt wird, muss das Fell des Tieres gut gestriegelt werden. Befinden sich Schmutzreste im Fell – vor allem im Bereich des Sattels oder des Sattelgurtes - so reiben diese die Haut des Pferdes auf. Es kommt zum so genannten Satteldruck. Das Pferd kann bis zur vollständigen Verheilung der Wunde nicht mehr geritten werden.

Bei der Hufpflege wird kontrolliert, ob sich ein Pferd nicht einen Stein eingetreten hat, oder sonstige Verletzungen der Hufe vorliegen. Wenn solche Verletzungen rechtzeitig erkannt werden, können sie schnell behandelt werden und das Pferd wird schnell wieder gesund.

Zur Pferdepflege gehört auch der Hufschmied. Dieser schneidet und feilt den Huf wieder zurecht und beschlägt die Hufe, falls nötig, mit Hufeisen.

Beim Hufschmied - Alex brollo commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0


Pferderassen

Die Pferde benötigten für die unterschiedlichen Arbeiten verschiedene Eigenschaften - wie etwa Kraft für den Ackerbau oder Geschwindigkeit und Ausdauer für das Ziehen der Postkutsche. Die Menschen entdeckten mit der Zeit, dass sie durch bestimmte Züchtungen diese Eigenschaften der Pferde hervorheben konnten. So entstanden nach und nach die einzelnen Pferderassen.

Mehr zu einigen Pferderassen gibt es im Hauptartikel Pferderassen.

Eine kräftige Pferderasse, die für den Ackebau gezüchtet wurde. - Franz Schmid (Frantischeck) pixabay.com, CC0 1.0


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