Gelsen

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Die Stechmücke wird in diesem Artikel als „Gelse“ bezeichnet. Das ist der österreichische Ausdruck für diese kleinen Plagegeister.

Sie gehört zur Klasse der Insekten.

Allein in Österreich gibt es etwa 40 unterschiedliche Arten und weltweit sogar um die 2700.

Sie bevölkern die Erde seit 170 Millionen Jahren.

Anatomie der Gelse - Mariana Ruiz Villarreal LadyofHats commons.wikimedia.org, CC0 1.0



Aussehen

Die Gelse hat einen drei bis 7 Millimeter langen, schlanken Körper mit schmalen Flügeln und langen Beinen. Männchen und Weibchen unterscheiden sich von einander durch den Rüssel. Während die männliche Gelse lediglich über einen Saugrüssel verfügt, hat das weibliche Tier einen so genannten Stechrüssel, welcher zum Trinken von Blut verwendet wird.

Comic Gelse - Clker-Free-Vector-Images pixyabay.com, CC0 1.0


Nahrung

Das Weibchen ernährt sich sowohl von Nektar, als auch von Blut von Menschen, Säugetieren und Vögeln.

Die Nahrung des Männchens besteht ausschließlich aus Nektar und Pflanzensäften, daher benötigt es auch keinen Stechrüssel.

Gelbfiebermücke beim Blutsaugen - US Department of Agriculture commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Lebensweise

Gelsen sind meist in großen Schwärmen anzutreffen, die vorwiegend aus männlichen Tieren bestehen. Das kann für Radfahrer oder Fußgänger sehr unangenehm sein, wenn diese Schwärme tief fliegen.

Von den Wetterbedingungen hängt ihre Flughöhe ab: Bei kühlem, windigem Wetter, fliegt die Gelse nur kurze Distanzen in Bodennähe. Wenn es hingegen warum und windstill ist, kann eine Flughöhe von 100 Metern über dem Boden erreicht werden. Ihre Fluggeschwindigkeit kann 1,5 bis 2,5 km/h erreichen.

Die Lebenserwartung der Weibchen beträgt ungefähr 2 Monate, die der Männchen ist hingegen deutlich kürzer.

Gelse - Peter J. DeVries commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Fortpflanzung und Entwicklung

Das Weibchen wird von den männlichen Gelsen an einem höheren Flugton erkannt. Sie stürzen sich auf sie und sinken zur Paarung gemeinsam zu Boden.

Zur Produktion der Eier benötigt die weibliche Gelse eine Blutmahlzeit. Genauer gesagt braucht sie die Proteine (Eiweiße), welche im Blut enthalten ist. Die gibt es nämlich leider in Nektar und Fruchtsäften nicht.

Im Frühjahr legt das Weibchen etwa 200 bis 300 zusammenklebende Eier auf der Wasseroberfläche ab. Aus den Eiern schlüpfen Larven. In einem Liter Wasser können bis zu 1000 Larven vorkommen. Sie ernähren sich von Algen und Kleinsttieren.

Nach viermaliger Häutung schlüpft aus der Larve eine Puppe, aus der wiederum in der letzten Phase die „fertige“ Gelse entsteht. Diese wird in der Fachsprache "Imago" genannt. Die ganze Entwicklung (von der Larve bis zur fertigen Gelse) dauert in etwa 20 Tage, bei warmen Temperaturen kann es auch schneller gehen.

Seitliche Ansicht von Gelsenlarven, in ihrer Futterhaltung an der Wasseroberfläche hängend - W.V. King, G.H. Bradley & T.E. McNeel commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Gelsenstich

Gelsen sind Nachttiere. Vor allem in der Dämmerung sind sie auf der Suche nach einem geeigneten Wirt. Angezogen werden sie von Körperwärme, Kohlendioxid (also das, was wir ausatmen), Schweißgeruch und anderen tierischen oder menschlichen Gerüchen.

Zur Landung auf dem Wirt orientiert sich die weibliche Gelse durch ihre Facettenaugen. (auch Komplexaugen – das sind viele kleine Augen, die zusammen die Form einer Halbkugel bilden. Jedes Auge liefert nur einen winzigen Bildpunkt, aus denen sich das Gesamtbild zusammensetzt.)

Es wird eine freie Hautstelle, möglichst ohne Haare, mit darunter liegendem Blutgefäß gesucht. Dort bohrt sie ihren Stechrüssel ein. Dieser hat eine rundum gezackte Oberfläche und ist ganz dünn. Daher spüren wir den Gelsenstich auch kaum.

Die Gelse gibt in die Wunde etwas Speichel ab, der das Blut verflüssigt, damit es nicht gerinnt. Durch das Saugen des Blutes schwillt der Hinterleib der Gelse an und wird rot. Sie kann in etwa das Dreifache ihres Gewichtes an Blut aufnehmen.

Ein von Gelsenstichen gepeinigter Rücken - Servasbemal commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Folgen eines Stiches

Der Speichel, den die Gelse beim Saugen abgibt, führt beim Menschen zu unangenehmen Reaktionen: Juckreiz, Rötung der Einstichstelle bis zur Bildung eines Dippels. Bei manchen Menschen kann sogar Allergie eine Folge sein.

Es gibt viele Hausmittel, die den Juckreiz verhindern sollen. So mag es angeblich helfen die Wunde mit Essig einzureiben, oder kalte Umschläge aufzulegen. Andere schwören darauf etwas Speichel oder verdünnten Alkohol auf dem Stich zu verteilen. In Apotheken und Drogeriemärkten gibt es ebenfalls ein großes Angebot an verschiedenen Salben, Stiften und Cremen gegen den Juckreiz.

Entzündete Gelsenstiche - Ludovic Péron commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Krankheitsübertragung

Die Gelsenarten, die in Mitteleuropa vertreten sind, übertragen in der Regel keine Krankheiten. In den tropischen Gebieten der Welt gibt es jedoch Mücken, deren Stiche Viren übertragen, die mitunter zum Tod führen können. Dazu gehören die Malaria-Infektion und der Gelbfieber-Virus.

Malaria-Moskito bei der Blutmahlzeit - CDC/James Gathany commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Gelsenbekämpfung

Die beste Variante zur Gelsenabwehr sind die klassischen Fliegengitter oder Moskitonetze. Es sind aber auch mehrere Pflanzen und Gerüche bekannt, die auf die Gelse abschreckend wirken. (Paradeiser, Zitronengras, Nelke, Melisse, Zeder, etc.)

Meist sind allerdings so genannte Repellents, die es in Drogerien oder der Apotheke zu kaufen gibt, wirksamer. Dabei handelt es sich um Insektenabwehrende Cremen, die den Körpergeruch verändern und den Gelsen damit die Lust am Stechen nehmen.

Moskitonetz: Wirksamer Schutz gegen die Plagegeister - NIAID commons.wikimedia.org, CC BY 2.0


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