Kamele

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Kamele gibt es sowohl mit einem, zwei oder auch gar keinem Höcker. Je nachdem, wie viele Höcker ein Kamel hat, heißt es unterschiedlich. Das Kamel mit einem Höcker wird Dromedar genannt. Das zweihöckrige Kamel heißt Trampeltier und das Kamel ohne Höcker ist das Lama.

Diese drei unterschiedlichen Kamelarten kommen auch in ganz unterschiedlichen Gegenden vor. Eines jedoch haben sie gemeinsam. Sie sind bestens für ein Leben in der Wüste und für karge Gegenden geeignet.

Na, möchtest du gerne mehr über Kamele und ihre Lebensweise erfahren? Dann lies doch weiter.

Trampeltier - MA 13, media wien wibs, Standardurheberrechtsschutz


lächelndes Kamel - Stefanie Siegl wibs, CC BY-NC-SA 3.0 AT


Heimat

Dromedare kommen ursprünglich aus Arabien und Nordafrika. Sie bewohnen hier hauptsächlich den Rand der Wüsten. Die größte Wüste in ihrer ursprünglichen Heimat ist die Sahara. Aber auch in Australien haben sie sich recht gut eingelebt. Zwar werden sie in diesem Land hauptsächlich gezüchtet, doch einige von den Dromedaren leben verwildert im so genannten Outback.

Die Heimat der Trampeltiere ist Zentralasien. Sie haben sich in dieser Gegend von Kasachstan über die Mongolei bis hin nach Nordchina verbreitet. Trampeltiere werden in Zentralasien hauptsächlich als Lasttiere, Milch und Fleischlieferant gehalten.

Lamas werden auch „Kamele der Neuen Welt" genannt. Das kommt daher, dass sie ausschließlich in Südamerika, also der „Neuen Welt" leben. Ihr bevorzugter Lebensraum sind die Hänge der Anden, wo sie sich bis zu einer Höhe von 4 000 Metern über dem Meeresspiegel wohl fühlen.

Trampeltier im Wildpark - Petra Tratberger wibs, CC BY-NC-SA 3.0 AT
Dromedare - Stefanie Siegl wibs, CC BY-NC-SA 3.0 AT


Aussehen

Egal ob Trampeltier, Dromedar oder Lama - alle drei Kamelarten zählen zu den Schwielensohlern. Das bedeutet, dass sie keine Hufe haben, sondern dass ihre Füße mit dicken Schwielen gepolstert sind, auf denen sie laufen. Das hat für die Tiere den Vorteil, dass sie im Sand der Wüsten nicht so leicht versinken.

Dromedare und Trampeltiere sind recht groß. Sie können eine Schulterhöhe von 2,5 Meter und eine Länge vom der Schnauze bis zum Po von 3,4 Metern erreichen. Aber nicht alle diese Tiere sind so groß. Insgesamt sind Trampeltiere etwas mächtiger, das heißt größer, als Dromedare.

Lamas hingegen erreichen eine vergleichsweise geringe Größe. Sie werden nur etwa 1,5 Meter lang und haben eine Schulterhöhe von 80 bis 120 Zentimetern. Anders als bei vielen anderen Säugetieren sind Lamaweibchen im Durchschnitt etwas größer als die Männchen.

Typisch für alle drei Kamelarten ist außerdem ihr langer Hals. Dromedare haben einen Höcker, Trampeltiere zwei Höcker und Lamas haben einen geraden Rücken. Kamele haben außerdem ein ziemlich dickes Fell. Trampeltiere, die in Gegenden leben, in denen der Winter recht kalt ist, bekommen in dieser Jahreszeit ein sehr langes, dickes Fell.

Die Oberlippe der Kamele ist gespalten. Die Nasenlöcher der Dromedare und Trampeltiere sind länglich und können verschlossen werden. Das schützt vor in der Wüste vor eindringendem Sand.

ruhendes Lama - Martina Hochenauer wibs, Standardurheberrechtsschutz
gespaltene Oberlippe eines Kamels - Stefanie Siegl wibs, CC BY-NC-SA 3.0 AT


Höcker

Die Höcker von Dromedaren und Trampeltieren sind nicht mit Wasser, sondern mit Fettgewebe gefüllt.

Dieses Fett kann über einen recht komplizierten Stoffwechsel und mit Hilfe von Sauerstoff in Wasser umgewandelt werden. Letztlich dient er also als Wasserspeicher.

Der Höcker hat außerdem die Aufgabe, die Tiere vor starker Sonnenstrahlung zu schützen. Das macht er, indem er die warmen Sonnenstrahlen aufnimmt (absorbiert) und nicht weiter gibt.

Bei sehr heißem und trockenem Wetter können Dromedare und Trampeltiere bis zu 27 Prozent ihres Körpergewichtes verlieren. Trotzdem verdursten sie nicht. Ihr gesamter Körperhaushalt ist so gestaltet, dass sie mit sehr wenig Wasser auskommen.

Gibt es wieder Wasser, so können diese Tiere bis zu 150 Liter Wasser auf einmal trinken.

Trampeltier - Gabriele Flandorfer wibs, CC BY-NC-SA 3.0 AT


Lamas

Anders als Dromedare und Trampeltiere verfügen Lamas nicht über einen Höcker der als Speicher dient. Sie benötigen regelmäßig Wasser. Dafür sind diese Kamele hervorragend für ein Leben in den hohen Bergen gerüstet. Sie können den wenigen Sauerstoff, der in diesen Regionen vorhanden ist, optimal aus der Luft aufnehmen.

Aus diesem Grund werden Lamas in Südamerika auch heute noch nicht von Eseln verdrängt. Sie dienen hier hauptsächlich als Lastentiere. Auch wenn sie nicht besonders viel tragen können (durchschnittlich etwa 35 Kilogramm), so bringen sie ihr Gepäck sicherer als andere Tiere an ihren Bestimmungsort.

Wird den Lamas ihre Last übrigens zu schwer, so legen sie sich hin und streiken. Erst wenn die Last verringert wird, sind sie bereit dazu, wieder weiter zu gehen.

Lama - Martina Hochenauer wibs, Standardurheberrechtsschutz


Nachwuchs

Sowohl Lamas, als auch Trampeltiere und Dromedare sind keine Einzelgänger. Sie leben in kleineren Herden die von einem stärkeren Männchen angeführt werden. Junge Hengste, die geschlechtsreif werden, müssen die Herde allerdings verlassen.

Die Paarungszeit der Dromedare liegt zwischen Jänner und März. Trampeltiere paaren sich zwischen Februar und April. Die Paarungszeit der Lamas liegt zwischen November und Februar.

Die Tragzeit der Dromedare und Trampeltiere ist recht lange. Sie dauert etwa 12 Monaten bei den Dromedaren und 14 Monate bei den Trampeltieren. Lamas bringen ihre Jungen nach 11 Monaten zur Welt.

Trampeltiere und Dromedare sind übrigens so nahe miteinander verwandt, dass sie sich sogar miteinander fortpflanzen können. Die Jungen der beiden Arten heißen entweder Tulus oder Bukhts.

Kamele bringen meist nur ein Junges zur Welt. Ganz selten kommen Zwillinge vor. Die Babys können schon wenige Minuten nach der Geburt stehen und ihrer Mutter folgen. Junge Lamas werden vier Monate lang gesäugt. Dromedarbabys und Trampeltierbabys werden bis zu eineinhalb Jahren von der Mutter ernährt.

Junge Lamas werden mit etwa 2 bis 3 Jahren erwachsen. Dromedare und Trampeltiere brauchen etwas länger. Sie sind mit 3 bis 4 Jahren erwachsen.

junges Kamel - Christoph Lorse www.flickr.com, CC BY-NC-SA 2.0
Kamel-Baby - Susanna Stubbe / uri press GmbH www.flickr.com, CC BY-NC-SA 2.0
Dromedarjunges - Susanna Stubbe / uri press GmbH www.flickr.com, CC BY-NC-SA 2.0


Nutztier

Kamele werden nicht nur als Last- und Reittiere gehalten.

Lamas - hier vor allem die Rasse der Alpakas - liefern auch eine sehr feine Wolle. Das lange Fell der Trampeltiere wird ebenfalls zu Kleidung und Decken verarbeitet.

Lamas haben die Eigenschaft, dass die ihren Kot immer an der gleichen Stelle absetzen. So entstehen große Haufen, die mit der Zeit trocknen. Der trockene Kot dient den Indios als Brennstoff.

Außerdem liefern Kamele Fleisch, Milch und Felle.

Es gibt sogar Kamele, die ähnlich wie bei uns die Kühe, wegen ihrer Milch gezüchtet werden. Ein solches Kamel kann bis zu 20 Liter Milch pro Tag geben.

Die Lebenserwartung von Lamas beträgt übrigens 15 bis 20 Jahre. Trampeltiere und Dromedare werden zwischen 40 und 50 Jahren alt.

Kamel: Das Auto der Wüste - Ben Beiske www.flickr.com, CC BY-NC-SA 2.0
Karawane (= Wander-gruppe) in der Wüste - Sami Haidar www.flickr.com, CC BY-NC 2.0


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