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Version vom 16. Mai 2012, 07:57 Uhr


Karte von Tirol









Das Wappen von Tirol

Das Bundesland Tirol liegt im Westen Österreichs und ist ein Gebirgsland.

Es ist in zwei Teile geteilt: Nord- und Osttirol. Südtirol, die heutige Provinz Bozen, gehört seit dem Ende des ersten Weltkriegs zu Italien und ist dort wie auch Trentino ein autonomes Gebiet, das bedeutet, es hat besondere Rechte (die Landessprachen sind deutsch sowie italienisch).

Das ganze Bundesland liegt in den Alpen - den nördlichen Kalkalpen und den Zentralalpen. Deshalb wurde es auch das "Land im Gebirge" genannt.

Der höchste Gipfel Österreichs, der Großglockner (3 797 Meter), liegt übrigens genau an der Grenze zwischen Kärnten und Osttirol.


Steckbrief

Bundesland: Tirol
Größe/Fläche: 12 647,71 km²
Einwohnerzahl: 714 449 (Anfang 2012)
Landeshauptstadt:


Innsbruck
(119 249 Einwohner - Anfang 2010)
Größter See: Achensee
Längster Fluss: Inn
Höchster Berg: Wildalmspitze (3 774 Meter)
Bodenschätze:








Steinsalz
Erdöl und Erdgas
Ton
Quarz
Feldspat
Bleierze
Zinkerze
Kalkstein
Ölschiefer ...


Die Tiroler Landesfarben: weiß-rot


Geschichte


Nachbildung der Kleidung des Ötzi



Unten gelb: Rätien; unten rosa: Noricum





Margarethe Maultasch


Andreas Hofer


Datei:Tirol 1918.jpg
Die Teilung Tirols

Frühgeschichte

Die ersten Siedler fanden sich vor ungefähr 10 000 Jahren, in Tirol ein.

Sie wurden etwa 4 000 vor Christus durch Völker abgelöst, die Ackerbau betrieben. Ein Fund, der Anfang der 1990er Jahre in die Schlagzeilen kam, belegt das. Damals wurde der „Ötzi“ gefunden. Er ist wohl der älteste und bekannteste Bewohner Tirols. Ötzi war etwa 1,60 Meter groß, um die 35 Jahre alt, und vor über 5 000 Jahren am Hauslabjoch auf 3 219 m Höhe gestorben, als er wahrscheinlich Ziegen hütete.

Mit dem Bergbau wurde in Tirol sehr früh begonnen. In der Nähe von Brixlegg wurde eine Verhüttung gefunden, die etwa 6 000 Jahre alt ist. Der Kupferabbau in Tirol sorgte dafür, dass hier schon bald reger Handel getrieben werden konnte.


Kelten und Römer

Ähnlich wie in den anderen westlich gelegenen Bundesländern Österreichs wanderten die Kelten ab etwa 450 vor Christus in das Gebiet ein. Auch die Slawen, die aus Noricum verdrängt wurden, kamen nach Tirol. Doch die Urbevölkerung, die von den Römern als Räter bezeichnet wurde, ließ sich nicht so leicht vertreiben.

15 vor Christus eroberten schließlich die Römer das Land. Sie teilten das Gebiet in die römischen Provinzen Rätien (im Westen) und Noricum (im Osten) auf.

Aus dieser Zeit stammt auch die Sprache „Rätoromanisch“. Das Volk übernahm das gesprochene Volkslatein (Vulgärlatein) von den Römern und vermischte es mit seiner eigenen Sprache.


Mittelalter

Seit Mitte des 6. Jahrhunderts nach Christus gehörte der größte Teil von Tirol zum Herzogtum Bayern. Tirol wurde dann im Laufe der Zeit von verschiedenen Grafen von Eppan verwaltet. Die Grafen von Andechs besaßen große Gebiete in Nordtirol, erbauten die Burg Ambras und gründeten 1120 Innsbruck.

Schließlich kam fast das ganze Land an die Grafen von Tirol. Ihre Stammburg war Schloss Tirol in der Nähe von Meran. Erst der Tiroler Landesfürst Graf Meinhard II. vereinte durch Kauf, Verträge, Erbe und Kampf das Land.

Margarete Maultasch übergab das Land im Jahr 1363 an die Habsburger. Wegen seiner besonderen Lage, der Verbindung nach Italien, vor allem nach Rom und anderen Erbländern im Südwesten, gaben sie dem Land einen Sonderstatus. Innsbruck wurde zum Zentrum Tirols.


Neuzeit

Eine wichtige Persönlichkeit für die TirolerInnen ist der Widerstandskämpfer Andreas Hofer. Als Tirol 1809 erneut unter die Herrschaft der Bayern kam, organisierte der Wirt aus Südtirol mehrere Aufstände gegen die Bayern und deren Verbündete, die Franzosen. In insgesamt vier Bergisel-Schlachten sollte Tirol befreit werden. Die letzte Schlacht wurde jedoch verloren und Andreas Hofer wurde in Mantua hingerichtet. Sein Grab ist heute in der Hofkirche in Innsbruck.

1814 wurde das Land dann wieder vereinigt und kam zurück an die Habsburger. Diese regierten mittlerweile über den Vielvölkerstaat Österreich. Damals wurde Vorarlberg noch von Tirol aus mitverwaltet. Das blieb so bis zum Jahr 1918 – also bis zum Ende Österreich-Ungarns.


Ab dem 20. Jahrhundert

Im Friedensvertrag von St. Germain, der nach dem 1. Weltkrieg unterschrieben wurde, wurde Tirol aufgeteilt. Nord- und Osttirol kamen zur neu entstandenen Republik Österreich und Südtirol und Welschtirol wurden Italien zugesprochen.

Es wurden seither einige Versuche angestellt, zumindest die Teile Südtirols, in denen hauptsächlich deutsch gesprochen wird, wieder zu Österreich zu bekommen, doch diese scheiterten. Allerdings konnte eine gewisse Autonomie für Südtirol erreicht werden. So wurde etwa Deutsch neben Italienisch zur offiziellen Sprache erklärt. Das ist auch gesetzlich verankert.

Nach dem EU-Beitritt von Österreich und dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens wurde die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino gegründet. Ihr Ziel ist eine bessere Zusammenarbeit der seit 1918 geteilten Tiroler Länder.


Geografie

Die Wildspitze ist auch im Sommer von Schnee und Eis bedeckt

Das heutige Bundesland Tirol war bis 1918, also bis nach dem 1. Weltkrieg wesentlich größer als heute. Damals erstreckte sich die Region vom Westen Österreichs bis in den Norden von Italien. Seit Ende des Ersten Weltkrieges ist es auf zwei Staaten aufgeteilt – nämlich Österreich (Nordtirol und Osttirol) und Italien (Südtirol und Welschtirol).

Nordtirol und Osttirol bilden das Österreichische Bundesland. Südtirol und Welschtirol sind die eigenständige Region Trentino-Südtirol in Italien.

Wenn du von Nord - nach Osttirol möchtest, dann musst du entweder durch Salzburg oder durch Südtirol.

Die Landschaft Tirols ist geprägt von Bergen, denn es liegt zur Gänze in den Alpen: den nördlichen Kalkalpen und den Zentralalpen. Deshalb wurde es auch das "Land im Gebirge" genannt. Der höchste Berg Tirols ist die Wildspitze. Dieser Berg liegt in den Ötztaler Alpen und ist 3 774 m hoch. Wie ein großer Teil dieser Alpen ist auch der Gipfel der Wildspitze vergletschert.


Wirtschaft

Die Brennerautobahn mit der Europabrücke

Der Tourismus, insbesondere der Skitourismus, ist eine wichtige wirtschaftliche Einkommensquelle für Tirol.

Der Transitverkehr auf der Brennerautobahn stellt eine große Belastung durch die Abgase und den Lärm für die Tiroler Bevölkerung dar. Täglich fahren hier tausende LKW`s auf der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung Europas durch das Land. Die Bevölkerung hat schon BürgerInneninitiativen und Autobahnblockaden organisiert, aber bis jetzt war ihr Widerstand vergeblich.


Landeshauptstadt – Innsbruck

Westliche Karwendel-Hauptkette


Das Wahrzeichen von Innsbruck - das Goldene Dachl

Innsbruck ist die Landeshauptstadt von Tirol und liegt am Inn. Daher leitet sich auch der Name Innsbruck ab: die Brücke über dem Inn.

Innsbruck ist von Bergen umgeben:

  • im Norden erstreckt sich das Karwendelgebirge mit der Nordkette, auf die Seegrube und Hafelekar führt eine Seilbahn;
  • im Süden ragt als Hausberg der Patscherkofel, der ebenfalls mit einer Seilbahn erreichbar ist. Daher fanden hier 1964 und 1976 auch die olympischen Winterspiele statt.

Besonders Kaiser Maximilian I. machte Innsbruck zu einer wichtigen Stadt im Kaiserreich. Er ließ den Wappenturm und das goldenen Dachl bauen. Außerdem ließ er das Grabmal errichten, in dem er jedoch nicht begraben wurde.

Das goldenen Dachl ist das Wahrzeichen der Stadt. Es gehört zu einem Prunkerker (ein besonders schöner Vorbau an der Fassade des Hauses). Von diesem Erker aus konnten die Angehörigen des Hofes die Turniere beobachten, die am Platz darunter abgehalten wurden. Das Dach dieses Erkers ist mit feuervergoldeten kupfernen Schindeln gedeckt und erhielt daher seinen Namen.

Im Jahr 1849 wurde Innsbruck zur Landeshauptstadt. Innsbruck hat heute ungefähr 120.000 EinwohnerInnen. Da Innsbruck eine Universitätsstadt ist, kommen viele junge Menschen in die Stadt, um hier zu studieren.


Sagen und Geschichten


Sonstiges