Obstverwertung

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Bereits vor 50 000 Jahren sammelten die Menschen wildwachsendes Obst.


Mit der Zeit begannen sie mit dem Anbau von Himbeeren, Heidelbeeren … Später kamen Obstbäume und Sträucher dazu.


Sie entdeckten verschiedene Möglichkeiten, die geernteten Früchte haltbar zu machen. So konnten sie sich auch im Winter mit wichtigen Vitaminen versorgen.

eingelegtes Obst - Michal Jarmoluk pixabay.com, CC0 1.0


Obstverwertung in der Küche als Kochobst in Marillenknödeln - TheUjulala pixabay.com, CC0 1.0


Tafelobst

Im Mittelalter bezeichnete man einen gedeckten Tisch als "Tafel". Tafelobst meint also Früchte, die ohne weitere Verarbeitung auf den Tisch gestellt und gegessen werden können.


Damit sich Früchte so bezeichnen können, müssen sie eine besonders gute Qualität haben. Sie müssen auch direkt mit der Hand vom Baum gepflückt und vorsichtig in den Korb gelegt werden, damit sie keine Druckstellen bekommen oder beschädigt werden.


Es stammt in den meisten Fällen von Obstplantagen.


Tafelobst - Rita (Romi) pixabay.com, CC0 1.0


Wirtschaftsobst

Es ist als Tafelobst nicht geeignet und muss verarbeitet werden. Erst das Produkt daraus darf verkauft werden.


Zu finden ist es unter dem Obstbaum im Garten, im eigenen Obstgarten oder auf der Obstwiese hinter dem Bauernhaus.


Wirtschaftsobst - Ron Porter pixabay.com, CC0 1.0


Fallobst

Darunter versteht man Obst, das vom Baum gefallen ist. Durch den Aufprall am Boden hat es Schäden erlitten und ist nicht mehr als Tafelobst geeignet.

Die Schäden bewirken auch, dass es schneller verdirbt. Es muss daher weiterverarbeitet werden. Saft, Marmelade, Kompott kann daraus entstehen. Besonders gut geeignet ist es aber zum Brennen von Schnaps.


Fallobst - Ina Hertel (TrendUp) pixabay.com, CC0 1.0


Haushaltsobst

Dazu gehört Obst, das meistens auf natürlichem Weg haltbar gemacht werden kann.


  • Lagerobst
    Das bekannteste Lagerobst ist der Winterapfel. Manche Sorten können nach der Ernte bei richtiger Lagerung bis in den Mai aufgehoben werden.
    Auch einige Birnensorten kann man über den Winter aufheben. Voraussetzung dafür ist die richtige Lagerung – trocken, kühl und dunkel.


  • Trocken- und Dörrobst
    Du kennst vielleicht Kletzen (= getrocknete Birnen), Rosinen (= getrocknete Weintrauben) oder Dörrpflaumen (= getrocknete Zwetschken). Datteln und Feigen lassen sich ebenfalls gut trocknen.
    Trockenobst enthält viel weniger Feuchtigkeit und ist süßer als das frisch gepflückte Obst, aus dem es entstanden ist. Die Haltbarkeit der Früchte verlängert sich.
    Zum Trocknen setzt man ganze oder zerteilte Früchte Temperaturen zwischen 0° C und 70° C aus. Das kann im Backrohr geschehen oder in eigenen Dörrgeräten. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass enthaltene Vitamine ab 40° C zerstört werden.


  • Saft- oder Mostobst
    Obst, das besonders süß oder saftig ist, eignet sich zur Saft- bzw. Mosterzeugung.
    Bekannt ist der Saft der Weintraube. Sie wird ausgepresst – süßer Traubensaft (Süßmost) entsteht. Lässt man diesen Saft längere Zeit stehen beginnt er zu gären und es wird Sturm daraus. Sturm enthält bereits Alkohol und darf von Kindern nicht mehr getrunken werden.
    Ist die Gärung abgeschlossen, ist Wein aus dem Saft der Weintrauben entstanden.


  • Kochobst
    Jedes Obst, das in der Küche verwertet wird, gilt als Kochobst. Dazu gehört nicht nur das Kompott. Auch Zwetschken- und Marillenknödel, Kirschkuchen oder Obstsalat zählen dazu.
    Der Apfel gehört in der Küche zu den beliebtesten Obstsorten.


  • Einkochobst
    Die bekannteste Verwertung ist die Marmelade. Sie kann aus mehreren Fruchtsorten bestehen. Ähnlich der Marmelade ist die Konfitüre, sie darf aber nur aus einer Fruchtsorte gemacht sein. Ebenfalls eingekocht wird das Gelee. Gelee wird nicht aus Früchten sondern aus Fruchtsaft zu einer wabbeligen Masse verarbeitet.


Gute Luise können gelagert werden. - Jakob Strauß (JaStra) pixabay.com, CC0 1.0
gedörrtes bzw. getrocknetes Obst - andreas N (domeckopol) pixabay.com, CC0 1.0
Weintrauben werden in einer mordenen Weinpresse zu Saft gepresst. - Willmes Anlagen Technik www.flickr.com, CC BY 2.0
Apfelstrudel aus Mamas Küche - Csaba Nagy (PIX1861) pixabay.com, CC0 1.0
Ein Marmeladebrot schmeckt immer. - David Scherwey (cavalpea) pixabay.com, CC0 1.0


Futterobst

Für den Menschen ungenießbare Früchte können an Nutztiere als Zusatzfutter gegeben werden. Es darf aber auf keinen Fall verdorben sein. Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen freuen sich über die willkommene Abwechslung im Speiseplan.


Futterobst - Ein Apfel für Kaninchen - Andrea (Ajale) pixabay.com, CC0 1.0


Brennobst und Obstliköre

Aus fast allen Früchten kann durch Zugabe von Zucker und Alkohol Likör erzeugt werden. Meistens werden die zerkleinerten Obststücke nach 2 bis 3 Wochen aus dem Gemisch herausgefiltert. Likör kann auf ähnliche Art auch aus Obstsäften in jedem Haushalt hergestellt werden.

Obstbrände brauchen eine eigene Destillationsanlage. In ihr entsteht durch Erhitzen, Verdampfen und Abkühlen des Saftes der vergorenen Obststücke Schnaps.



Industrieobst

Aus Industrieobst werden Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Fruchtzucker, Vitamin C oder Industriealkohol erzeugt.

Industriealkohol ist zB in Filzstiften, Lacken, Desinfektionsmitteln, Erfrischungstüchern … enthalten.

Fruchtzucker, auch Fructose, wird zumeist aus Äpfeln und Birnen hergestellt. Es wird als Süßstoff verwendet und ist in vielen Getränken enthalten.


Industrieobst wird zu Fruchtzucker verarbeitet. - Iifar commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


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