Pest

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Mit einem Mikroskop kannst du Blut, Speichel ... untersuchen und erforschen. - markusspiske pixabay.com, CC0 1.0

Die Pest ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird.

Im Mittelalter und noch bis ins 19. Jahrhundert sind ihr Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind.

Wusstest du schon, dass ...

  • das Wort "Pest" aus dem Lateinischen kommt und einfach "Seuche" bedeutet?
  • früher viele verschiedene Krankheiten als "Pest "bezeichnet wurden?
  • die Pest im Mittelalter von Tieren, vor allem Ratten, auf Menschen übertragen wurde?


Das Wort kommt vom lateinischen "pestis", das einfach "Seuche" bedeutet. Weil man früher viele Krankheiten nicht unterscheiden konnte, wurden Ausbrüche von Seuchen generell als "Pest" bezeichnet. Heute fällt es schwer zu sagen, ob es sich bei Epidemien in der Antike tatsächlich um die "echte" Pest gehandelt hat. Die häufigsten Formen der Pest sind Beulenpest und die noch gefährlichere Lungenpest.


Die Pest im Mittelalter

Ansteckungsgefahr durch Niesen und Husten - OpenClipart-Vectors pixabay.com, CC0 1.0

Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und „Beulen“ am Hals, an den Leisten und in den Achselhöhlen treten bei der Beulenpest schon nach wenigen Stunden auf. Diese Beulen entstehen durch angeschwollene Lymphknoten. Weiters färbt sich die Haut schwarz-blau, weshalb man auch vom „Schwarzen Tod“ spricht.

Im Mittelalter war der „Schwarze Tod“ besonders gefürchtet. Die Pest forderte im Laufe des 14. Jahrhunderts in Europa mehr als 25 Millionen Tote. Betroffen waren vor allem Städte mit schlechten hygienischen Zuständen. Abfälle wurden auf die Straße geworfen, es gab keine Toiletten oder Kanäle, viele Menschen lebten auf engstem Raum miteinander und wurden von Ungeziefer wie Ratten oder Flöhen geplagt.

Das Ansteckungsrisiko war enorm! Schon husten oder niesen reichte aus, diese Krankheit zu übertragen (Tröpfcheninfektion). Sprang ein Floh von einer bereits erkrankten Ratte auf einen Menschen über, so wurde dieser angesteckt.

Heilmittel gab es keines, Bakterien kannte man damals noch nicht.


Die Pestplage in Wien

Pestarzt mit Schnabelmaske und gewachstem Gewand - Gubbubu commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

1679 wurde Wien von einer Pestepidemie heimgesucht, die rund 12 000 Menschen dahinraffte. Die Bewohner glaubten, es war der Zorn Gottes, der diese Krankheit geschickt hatte. Die Hygiene-Warnungen des Pestarztes ignorierten sie! Bis man erkannte, dass man sich nur allzu leicht anstecken konnte, war ein großer Teil der Bevölkerung schon verstorben. Die Leute gerieten in Panik!

Schließlich wurden die Häuser erkrankter Personen mit einem Kreuz markiert. Niemand durfte dieses Haus nun betreten – zu groß war die Gefahr!

Heute kennen wir das Bild vom Pestarzt, der sich in einen lückenlosen Schutzumhang hüllte. Sein Gewand war aus gewachstem Stoff und seine Maske hatte einen langen Schnabel, der mit Essenzen gefüllt war. Tatsächlich dürften diese "Schnabeldoktoren" unter den Pestärzten sehr selten gewesen sein.

Der Pestarzt kam zu den Patienten, stach Pestbeulen auf, nahm Blut ab und versuchte die Kranken zu behandeln. Er verhängte auch die „Quarantäne“ für Wohnungen und Häuser (also, dass man sie nicht betreten oder verlassen darf). Heilen konnte der Pestarzt wohl selten. Wenn ein Patient starb, wurde sein Gewand verbrannt.

Die Sage vom "Lieben Augustin"

Im 7. Bezirk in Wien erinnert ein Denkmal an den "Lieben Augustin". - Wingrid Weidinger kiwithek.wien, CC BY-NC-SA 3.0 AT

Während die Pest in Wien wütete und niemand davon verschont blieb, herrschte Angst und Panik in der Stadt. Nur ein Mann ließ sich seine Lebensfreude nicht nehmen – ein Sänger und Dudelsackpfeifer. Er war bekannt als der „liebe Augustin“. Am liebsten gab der liebe Augustin seine Lieder im Bierlokal „Zum roten Dachel“ wieder. Eines Abends hatte er sehr viel getrunken und torkelte schließlich spätnachts nach Hause. Plötzlich stürzte er und weil er so betrunken war, schlief er auf der Stelle mitten am Gehsteig ein.

Wenig später kamen Pestknechte mit ihrem Karren. Sie sammelten die Toten auf und brachten sie zu einer Pestgrube. Wenn die Grube voll wäre, sollte sie zugeschüttet werden. Als sie am lieben Augustin vorbeikamen, glaubten sie, er wäre tot, nahmen ihn mit und schmissen ihn in die Grube. Dort schlief er seinen Rausch aus.

Am nächsten Morgen erwachte er mit Entsetzen in der Pestgrube – umringt von Leichen! Er rief um Hilfe und die Pestknechte staunten nicht schlecht, als sie den vermeintlich toten Mann von der Nacht auf einmal lebendig sahen. Augustin rief: „Helft mir heraus! Eine Nacht in der Pestgrube reicht mir!“ Sie halfen ihm und wie durch ein Wunder wurde er weiterhin von der Pest verschont.

Erst viele Jahre später starb er als älterer Mann eines natürlichen Todes.


Die Pest heute

Bakterien der Beulenpest durch ein Mikroskop betrachtet - skeeze pixabay.com, CC0 1.0

Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der Schweizer Bakteriologe Alexandre Yersin den Erreger der Pest. Es wurde erforscht und ein Gegenmittel gefunden.

Heute kann man die Pest mit Antibiotika gut behandeln. In Europa tritt sie auch nicht mehr auf. Jedoch, in Afrika, Südamerika und Teilen Asiens kommt die Pest noch vor und fordert jährlich einige Tote.

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