Feldgrille

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Kennst du das laute Zirpen, das an lauen Abenden während der Sommermonate oft zu hören ist? Dieses Zirpen stammt von männlichen Grillen, die damit versuchen Weibchen anzulocken. Der Grillenmann sitzt dafür am Vorplatz seiner Höhle – das ist seine Bühne – reibt seine Flügel aneinander und hofft, dass sein Zirpen erhört wird.

Wenn jedoch ein anderes Männchen statt der erhofften neuen Liebe erscheint, beginnt ein erbitterter Kampf ...

Feldgrille - von Vorne - Roberto Zanon commons.wikimedia.com, CC BY-SA 3.0


Allgemein

Die einzelnen Grillenarten sind an ihrem unterschiedlichen Gesang gut erkennbar. Auch sie selber können sich daran erkennen. In den direkten Genuss des Grillengesanges kommen allerdings nur die Grillenweibchen. Sobald das Männchen auch nur die geringste Erschütterung des Bodens verspürt, verschwindet es in Windeseile in seiner Erdröhre.

In Asien gelten Grillen wegen ihres Zirpens als beliebte Haustiere. Damit die Menschen jederzeit in den Genuss des Gezirpes kommen können, werden Grillenmännchen hier in kostbaren Bambuskäfigen gehalten.

Ein weiterer Grund für den hohen Beliebtheitsgrades dieser Insekten ist, dass auf Grillen gewettet wird. Es werden Wettkämpfe veranstaltet, bei denen zwei Grillenmännchen in den „Ring“ geschickt werden, um gegeneinander zu kämpfen.

Wusstest du übrigens, dass die Grille für ihren Gesang 28 Muskeln benötigt?

Feldgrille von oben - Roberto Zanon commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Aussehen

Grillen sind Insekten, die zur Familie der Heuschrecken gehören. Sie haben, genau wie ihre Verwandten, lange Hinterbeine, die zum Springen gut geeignet sind. Ihre Flügel sind jedoch nicht zum Fliegen geeignet. Droht ihnen Gefahr, so laufen sie blitzschnell davon.

Die Feldgrillen werden bis etwa 2 cm groß, haben lange Fühler und ihr großer runder Kopf ist glänzend schwarz gefärbt.

Die weiblichen Grillen sind stumm. Jedoch befinden sich an ihren Vorderbeinen schallempfindliche Trommelfelle, mit denen sie den Gesang der Männchen gut wahrnehmen können.

Die Weibchen sind äußerlich gut an ihrer so genannten Legeröhre erkennbar. Diese sieht beinahe wie ein Stachel aus, ist jedoch nur zum Eierlegen geeignet.

Weibliche Feldgrille - Eric Steinert commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Lebensraum

Die Feldgrillen sind hauptsächlich in Süd- und Mitteleuropa beheimatet. Aber auch in Nordwest-Afrika kommen sie häufig vor. Die Grillen bewohnen Erdröhren und Erdlöcher, die sie häufig während ihrer Streifzüge wechseln.

Die meisten Grillenarten bevorzugen eher warme Gegenden. Sie sind häufig an Südhängen und wenig bewachsenen Wiesen anzutreffen. Leider werden Grillen jedoch durch die intensiv betriebene Landwirtschaft immer mehr vertrieben. Dadurch, dass sie nicht fliegen können, ist es ihnen nicht möglich, ihren Wohnort schnell zu verändern. Sie sind davon abhängig, dass ihr Lebensraum erhalten bleibt.

Grillen sind übrigens Allesfresser. Sie bevorzugen zwar Blätter und Wurzeln, fressen aber auch kleinere Insekten und tote Tiere. Grillenlarven sind meist räuberisch unterwegs. Da sie sehr gut schwimmen können, stellen sie auch Wasserinsekten nach.

Feldgrille im Erdloch - Hedwig Storch commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Fortpflanzung

Mit ihren beiden Trommelfellen an den Vorderbeinen können die Weibchen das werbende Zirpen der Grillenmännchen aufnehmen und bis zu 10 Meter weit zielsicher orten. Sobald das Weibchen nahe genug ist, wird das Zirpen sehr viel leiser – es ist nur für das Weibchen bestimmt. Für den Menschen ist das Zirpen der Grille nun kaum mehr zu hören.

Das Weibchen legt während seines Lebens (etwa 2 Monate) an die 100 Eier in die Wohnröhren ab. Nach 2 bis 3 Wochen schlüpfen die kleinen Larven, die den erwachsenen Grillen bereits sehr ähnlich sehen. Sie sind jedoch daran zu erkennen, dass sie noch keine Flügel besitzen. Den Sommer über häuten sich die Larven bis zu 10-mal, bevor sie sich zum Überwintern in eine Erdhöhle zurückziehen. Im nächsten Jahr wird aus der Larve die erwachsene Grille und der Kreislauf beginnt von vorne.

Junge Feldgrille ohne Flügel - Lilly M commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


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