Hausrind

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Die Menschen haben die Rinder schon vor langer Zeit gezähmt und damit nutzbar gemacht.

Kühe geben Milch. Aus Milch wird Rahm, Schlagobers, Käse, Jogurt und Topfen hergestellt. Das Fleisch schmeckt sehr gut, und aus der Rinderhaut, dem Leder, werden Kleidung und Schuhe hergestellt.

Die männlichen Rinder heißen Stiere. Sie wiegen meist 700 - 800 kg. Die weiblichen Tiere sind die Kühe. Sie werden 600 - 700 kg schwer. Wenn die Kuh ein Baby bekommt, beträgt die Trächtigkeit 10 1/2 Monate (42 Wochen). Das Jungtier wird Kalb genannt.

Wenn du in Wien Kühe sehen möchtest, kannst du entweder in den Tiergarten Schönbrunn gehen, wo Kühe am Tirolerhof leben, oder du besuchst das Landgut Cobenzl.

Der Begriff Kuh bzw. Kühe steht in Österreich nicht nur für weibliche Rinder, sondern auch für Stiere, Ochsen und Kälber - also für die gesamte Familie unserer "Hauskühe".

Lakenfelder Rinder - Dickelbers commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Kuh - Брокгауз и Ефрон commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Vorfahren

Die Vorfahren unserer heutigen Kühe waren die Auerochsen, auch Ure (das Ur) genannt. Der letzte wild lebende Auerochse starb um etwa 1630. Er wurde in Polen erlegt. Die ältesten Knochenfunde sind allerdings bereits 250 000 (zweihundertfünfzigtausend) Jahre alt.

Die männlichen Ure waren riesengroß und hatten lange, nach vorne geschwungene Hörner mit einer schwarzen Spitze. Sie erreichten eine Körperlänge von über 3 Metern und eine Schulterhöhe von etwa 1,8 Metern.

Die Höhlenzeichnungen von Lascaux (sprich: Lasko) in Frankreich zeigen, welche große Bedeutung die Ure für unsere Vorfahren hatten. Sie wurden von den Höhlenmenschen gerne gejagt, da sie eine Menge Fleisch lieferten, das die Menschen zum Überleben benötigten. Die Kühe der Auerochsen waren übrigens um einiges kleiner. Sie erreichten eine Schulterhöhe von „nur“ 1,5 Meter.

Vor 6500 Jahren begannen die Menschen, Rinder zu züchten. Aus den Urrindern entstanden nach und nach unsere heutigen unterschiedlichen Rinderrassen.

Dieses Horn eines Auerochsen ist bereits über 200 000 Jahre alt. - Fotograf: Luis García (Zaqarbal) commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0
Die Zeichnung eines Auerochsen in der Höhle von Lascaux - Francesco Bandarin commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0 IGO


Aussehen

Unsere Kühe sind auch heute noch stämmige Tiere. Sie können ein Körpergewicht von etwa 600 kg (unterschiedlich je nach Rasse und Geschlecht) erreichen.

Kühe zählen zu den Paarhufern. Das bedeutet, dass sich zwei ihrer Zehen ganz besonders stark entwickelt haben. Außerdem tragen diese Zehen je einen Huf. Wenn die Kühe ihre Beine belasten, spreizen sich die Zehen ein wenig auseinander. Dieses Spreizen verhindert, dass die schweren Tiere auf weichen Boden zu weit einsinken. Weitere Paarhufer sind beispielsweise Ziegen, Gazellen und Schafe.

Die Farbe, Länge und Struktur des Fells ist bei den Kühe ist je nach Rasse unterschiedlich. Meistens ist das Fell kurz und glatt. Einige Rassen haben jedoch ein sehr langes Fell, wie zum Beispiel das Schottische Hochlandrind. Andere Rassen haben ein lockiges Fell wie etwa das französische Charolais Rind (sprich: scharoläs). Die Farbenvielfalt reicht von weiß über gelb bis hin zu rotbraun, dunkelbraun und schwarz. Einige Rassen sind gefleckt, andere einfärbig.

Schottisches Hochlandrind - Baryonic Being commons.wikimedia.org, CC SA 1.0
Kärntner Blondvieh - commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Haltung

Die Kühe werden in Österreich während der kalten Wintermonate in unterschiedlichen Ställen gehalten. Wenn es wärmer wird, dürfen sie wieder auf die Weiden, um frische Gräser und Kräuter zu fressen.

In den Bergregionen ist es üblich, die Kühe den Sommer über auf Almen zu treiben. Hier bleiben sie meist Tag und Nacht im Freien. Die Sennerinnen und Senner, die die Kühe während dieser Zeit betreuen, melken sie und verarbeiten die Milch oft zu Butter oder Käse. So lässt sie sich besser lagern.

Am Ende des Sommers werden die Kühe mancherorts in Form eines großen Umzugs wieder von den Almen abgetrieben. Sie erhalten große, reich verzierte Kuhglocken. Oft werden sie sogar mit einer Menge Blumen geschmückt.

Fleckvieh - Herbert Schauer Lehrerweb.wien, Standardurheberrechtsschutz


Ernährung

Kühe sind Wiederkäuer. Sie kauen bereits gefressenes Grünzeug noch einmal. Wie das funktioniert, erfährst du gleich.

Kühe sind reine Vegetarier. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gras, Kräutern, Heu und anderen Pflanzen. Mit ihrer langen Zunge oder ihren Schneidezähnen reißen sie die Gräser ab und schlucken diese beinahe unzerkaut. Für die Verwertung des schwer verdaulichen Grünfutters haben Kühe 4 Mägen zur Verfügung.

Der erste Magen (b), in den das beinahe unzerkaute Grünzeug durch die Speiseröhre gelangt, ist der Pansen. Er hat ein Fassungsvermögen etwa von 200 Litern und ist der größte Magen der Kuh. Im Pansen wird die Nahrung mit Hilfe von Bakterien zerlegt.

Wenn die Kühe genug gefressen haben, legen sie sich hin um „auszuruhen“. Nun gelangt die Nahrung in den Netzmagen (c), wird dort in kleine Klumpen geformt und gelangt über die Speiseröhre (a) wieder nach oben ins Maul. Jetzt beginnt die Kuh mit dem Wiederkäuen. Die Nahrung wird noch einmal gründlich gekaut, mit Speichel versehen und erneut geschluckt.

Die fein zerkaute Nahrung kommt jetzt in den Blättermagen (d). Hier wird die Flüssigkeit entzogen. Anschließend gelangt der Nahrungsbrei in den Labmagen (e), wo endlich die Verdauung stattfindet.

Die 4 Mägen des Rindes - Dr. Karl Rothe, Ferdinand Frank, Josef Steigl commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Vor dem Wiederkäuen legen sich Rinder meistens nieder. - Manfred Antranias Zimmer (Antranias) pixabay.com, CC0 1.0


Nutztier

Kühe können den Menschen auf viele verschiedene Arten nutzen. Am bekanntesten ist wahrscheinlich, dass Kühe Milch geben. Viele der Milchprodukte verdanken wir also unseren Kühen. Dazu zählen unter anderem Butter, Käse, Joghurt, Molkedrinks und Topfen.

Die Kuh ist aber auch ein wichtiger Fleisch- und Lederlieferant. Lederschuhe und Lederjacken werden oft aus Rindsleder gefertigt.

Sogar die Kuhfladen sind für den Menschen nutzbar. Sie dienen als Dünger für die Gärten und Felder. Außerdem wurden Kuhfladen früher getrocknet. In dieser Form dienten sie als Brennstoff zum Heizen.

Kühe können übrigens erst Milch geben, sobald sie ihr erstes Kalb geboren haben. Erst dann setzt die Milchproduktion ein und erst dann kann das weibliche Rind auch offiziell Kuh genannt werden. Bis dahin heißt sie Kalbin (Färse in Deutschland).

Pinzgauer Rind - Steven Walling commons.wikimedia.org, CC BY 3.0
Kuhfladen düngen auch Almwiesen. - wernj pixabay.com, CC0 1.0


Kälbchen

Ab etwa einem Alter von zweieinhalb Jahren können Kühe Mütter werden. Die Tragzeit bei Kühen beträgt 9 Monate – genau wie bei uns Menschen.

Das Kalb, welches mit den Vorderbeinen voran geboren wird, wiegt bei der Geburt etwa 35 kg.

Kurz nach der Geburt startet es seine ersten Steh- und Gehversuche. Sobald es ordentlich stehen kann, sucht es das Euter seiner Mutter und beginnt zu saugen.

Das Kalb benötigt jeden Tag zwischen 6 und 8 Liter Milch, um sich ordentlich entwickeln zu können.

Im Alter von 6 Monaten kann es bereits selber fressen und ist von seiner Mutter vollkommen unabhängig.

Kalb des Schottischen Hochlandrindes - Aconcagua commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Rassen

In Europa gibt es viele verschiedenen Rinderrassen, die unterschiedlichen Nutzen haben. Manche Rassen geben besonders viel Milch, andere Rassen werden wegen ihres Fleisches gezüchtet.

Das Pinzgauer Rind wird sowohl wegen seiner Milch als auch wegen seines Fleisches gezogen. Es ist hauptsächlich in Salzburg und im Süden Bayerns beheimatet. Die Fellfarbe dieser Rinderrasse ist kastanienbraun. Ein langgezogener weißer Streifen befindet sich auf seinem Rücken. Das Pinzgauer Rind ist sehr robust und klimabeständig. Es ist daher ideal für die Haltung im unwegsamen Gebirge.

Ebenfalls typisch für die Region rund um Salzburg und Süddeutschland ist das Fleckvieh. Hier werden jedoch zwei unterschiedliche Arten gezüchtet – es gibt den so genannten Milchtyp und den Fleischtyp.

Das Schottische Hochlandrind kommt – wie schon der Name sagt – vom schottischen Hochland. Es hat ein langes, zotteliges Fell und lange Hörner. Das schottische Hochlandrind ist wegen seines Fells gut für Gegenden geeignet, wo vorwiegend raues Wetter herrscht.

Das Montafoner Rind kommt ursprünglich aus Vorarlberg – aus dem Montafon. Außerdem kannst du diese Rinderrasse im Tirolerhof in Schönbrunn sehen.

Tiroler Grauvieh - MadeleineSchäfer commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0
Eringer werden auch Schweizer Kampfrinder genannt - commons.wikimedia.org, CC0 1.0


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