Löwenzahn

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Pusteblume, Backenzahn, Eierpetsch, Kuhblume, Milchscheck und Ochsenpflanze. Das alles sind Namen für ein und dieselbe Pflanze, nämlich den Löwenzahn. Der lateinische Name des gewöhnlichen Löwenzahns lautet Taraxacum officinale.

Der Löwenzahn ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Vor allem von April bis Mai sind viele Wiesen übersäht von den gelben Blüten. In den Gärten wird die Pflanze nicht so gerne gesehen, da sie als Unkraut gilt und sich rasch ausbreitet. Doch eigentlich ist der Löwenzahn eine Heilpflanze und eine Küchenpflanze.

Eine Wiese voller Löwenzahn - Herbert Schauer wibs, Standardurheberrechtsschutz


Pusteblume - Heidrun Seidl wibs, CC BY-NC-SA 3.0 AT


Vorkommen

Der Löwenzahn stammt ursprünglich aus Westasien und Europa. Das heißt, dass er bei uns (in Mitteleuropa) immer schon heimisch war. Der Mensch hat aber dafür gesorgt, dass sich diese Pflanze auf der gesamten nördlichen Halbkugel ausbreiten konnte. Die Vorkommen des Löwenzahns südlich des Äquators sind allerdings sehr gering. Im Gebirge wächst die Pflanze bis etwa 2 800 Meter Höhe. Der Löwenzahn auf den Bergen ist allerdings deutlich kleiner als im Flachland.

Löwenzahn ist in seiner Heimat ein so genanntes Wildkraut. Es wächst auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten. Die Pflanze benötigt, um wachsen zu können, keine besondere Erde. Ihr reicht schon eine kleine Mauerritze mit ein wenig angesammelter Erde und schon wächst und gedeiht sie. Brach liegende Flächen und Schutthalden werden vom Löwenzahn ebenfalls schnell besiedelt.

Löwenzahn kommt an allen möglichen Stellen vor - Sebastian Stabinger commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Aussehen

Der gewöhnliche Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütler. Typisch für diese Familie ist, dass die Blüten in einem „Korb“ dicht gedrängt stehen, sodass sie wie eine einzige Blüte aussehen.

Die Wurzel der Pflanze ist eine Pfahlwurzel, die oft bis zu einem Meter weit in die Erde reicht. Das macht es auch so schwierig, das „Unkraut“ los zu werden. Denn wenn die Wurzel nicht zu einem großen Teil entfernt wird, wächst aus ihr immer wieder neuer Löwenzahn.

Die dunkelgrünen Blätter der Pflanze sind länglich, eiförmig und tief eingeschnitten. Sie wachsen dicht über dem Boden aus der Wurzel und sind rosettenförmig um die Blütenstiele angeordnet. Die Blätter sind zwischen 10 und 30 cm lang.

Der blattlose Blütenstiel, der bis zu 60 cm hoch werden kann, ist hellgrün und innen hohl. Wird er abgebrochen oder abgeschnitten, so tritt der milchige Saft, der im Löwenzahn fließt, aus. Manche Menschen vertragen diesen Saft nicht.

abgeschnittener Stiel eines Löwenzahns - Frank Vincentz commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Blüte

Am oberen Ende des Blütenstiels wachsen erst so genannte Hochblätter, die aber bald vertrocknen. Darüber entwickelt sich die Blütenstandsknospe. Diese ist von Hüllblättern zum Schutz umgeben.

Die Hüllblätter öffnen sich während des Tages und schließen sich um die Blüte während der Nacht und wenn es regnet oder sehr heiß ist (ähnlich wie beim Gänseblümchen). Die Blüte selber ist eine Scheinblüte, die aus vielen gelben Zungenblüten besteht. Sie hat einen Durchmesser von 3 bis 5 cm.

Querschnitt durch eine Löwenzahnblüte - Frank Vincentz commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Vermehrung

Der Löwenzahn blüht mehrere Tage, bevor er verblüht. Die Hüllblätter schließen sich zum letzten Mal.

Einige Tage nachdem der Löwenzahn verblüht ist, öffnen sich die Hüllblätter erneut. Die verblühten Zungeblüten fallen ab und es zeigt sich die „Pusteblume“. Jeder Samen des Löwenzahns trägt einen haarigen Flugschirm an seinem Ende. Sobald der Wind bläst werden die Flugschirme mit den Samen an ihrem Ende davongetragen. Dort wo die Samen auf annähernd geeigneten Boden stoßen, entwickeln sie sich zu neuen Löwenzahnpflanzen.

Die "Pusteblume" - MA 13, media wien wibs, Standardurheberrechtsschutz


Bedeutung und Verwendung

Für die Bienen ist der Löwenzahn eine wichtige, frühe Nahrungsquelle. Er hilft dem Bienenvolk bei der Aufzucht und er sorgt für eine frühe Honigernte.

In der Naturheilkunde werden alle Teile des Löwenzahns verwendet. Er wirkt bei Verdauungsbeschwerden und rheumatischen Erkrankungen, bei Ekzemen, gegen Warzen und ist harntreibend.

In der Naturküche kann aus Löwenzahn Salat, Pesto, Honigersatz und Kaffeeersatz gemacht werden.

Wenn du Löwenzahnstiele pflückst, am unteren Ende in Streifen reißt und diese für ein paar Sekunden in Wasser tauchst, entstehen lustige Spiralen. Das kommt daher, dass die Stiele innen mehr Wasser aufsaugen als außen.

Nahrung für die Bienen - Kurt Stueber commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


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