Nashorn

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Nashörner gehören - wie die Elefanten und Flußpferde - zu den überlebenden Vertretern einer Tiergruppe, die einst sehr artenreich und vielfältig war. Unkontrollierte Jagd und Wilderei führte zu einem starken Bestandsrückgang.

Nashörner sind gewaltige, graubraune Dickhäuter mit einem charakteristischen Horn auf der Schnauze. Die größten Nashörner werden bis zu 2 Meter hoch.

Ein neugeborenes Nashornkalb wiegt „nur“ 65 kg. Das sind etwa 62 kg mehr, als du bei deiner Geburt gewogen hast!

Nashorn Eltern mit Jungem - CucombreLibre www.flickr.com, CC BY 2.0


Nashornjunges - Nashornjunges www.flickr.com, CC BY 2.0


Geschichte

Vor ca. 65 Millionen Jahren – in einem Erdzeitalter, das Tertiär genannt wird - gab es noch ganz viele von ihnen. Das damals bekannteste Nashorn, war das Wollnashorn welches während der Eiszeit sogar in Europa weit verbreitet war. Seinen Namen verdankte es seinem dichten, wolligen Fell.

Heute existieren nur noch 5 verschiedene Nashornarten weltweit! Diese leben wie die Elefanten in Afrika und in Asien.


Nashörner (die man auch Rhinozerosse nennt) gehören zur Familie der Unpaarhufer. (= Unpaarzeher) Diese sind an der meist ungeraden Anzahl von Zehen erkennen. Zu anderen Unpaarhufer-Familien zählen zB Pferde und Tapire (= Rüsseltiere aus Südamerika oder Südostasien).


Uhr der Erde (Erdzeitalter) - Hannes Grobe commons.wikimedia.org, CC BY-SA 2.5
ausgestorbenes Wollnashorn - hansbenn pixabay.com, CC0 1.0


Merkmale

Nashörner sind nach ihrem auffälligsten Merkmal benannt – ihren Hörnern. Je nach Art gibt es ein oder zwei Hörner. Das vordere (oder das einzige) Horn entspringt dem Nasenbein, das zweite – sofern vorhanden – dem Vorderschädel. Das Horn eines Rhinozeros besteht aus zusammengewachsenen Keratinfasern (Keratin: Hornsubstanz). Das gleiche Material befindet sich auch in deinen Haaren und Fingernägeln. Wie oft irrtümlich behauptet wird, enthält das Horn weder Knochensubstanz noch Elfenbein. Wird das Horn eines Nashorns im Kampf abgestoßen, wächst dieses nach.

Das Horn nutzt sich mit der Zeit durch Kampf mit Artgenossen oder Abreibung am Boden ab. Dabei entsteht durch die inneren Einlagerungen von Calcium (Härte der Hörner) und Melanin (UV Schutz) die typische Form einer Spitze. Das bisher größte, gefundene Horn misst 1,58 Meter.

Nashörner haben einen massigen Körper und kurze, dicke Beine. An jedem Fuß haben sie drei Zehen, die in breiten Hufen enden. Ihre Haut ist sehr dick und hat eine graue oder braune Farbe.


Breitmaulnashorn - Michelle Bender www.flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0
Panzernashorn - Christoph Sammer www.flickr.com, CC BY 2.0


Arten

Afrikanische Nashörner

  • Breitmaulnashorn
  • Spitzmaulnashorn

Asiatische Nashörner

  • Panzernashorn
  • Javanashorn
  • Sumatranashorn (fast ausgestorbern)

Das Panzernashorn und das Javanashorn haben nur ein Horn. Alle anderen haben zwei.

Das bekannteste Nashorn ist das Spitzmaulnashorn. Es ist auch sehr häufig in Tiergärten zu finden.

Im Gegensatz zu den afrikanischen Nashörnern, besitzen die asiatischen spitze Zähne, die sie - wie ihr Horn - im Kampf gegen Artgenossen einsetzen.


Spitzmaulnashorn - Bernard DUPONT www.flickr.com, CC BY-SA 2.0


Verhalten

Das Nashorn lebt als Einzelgänger(Männchen), kann aber auch in kleinen Herden(Weibchen) gesichtet werden. Sie haben kein besonders ausgeprägtes Sehvermögen, sind aber dafür mit einem hervorragenden Geruchsinn und sehr guten Gehör ausgestattet. Mit ihren drehbaren Ohren können sie das leiseste Geräusch wahrnehmen. Unterschiedliche Ohrstellungen haben für Nashörner auch unterschiedliche Bedeutungen.

Am Tag schlafen Nashörner, aktiv sieht man sie eigentlich nur bei Dämmerung und nachts. Sie sind sehr scheu und meiden Kontakt zu den Menschen. Kommt man ihnen dennoch zu nahe, greifen sie an. Das kann aufgrund des Horns und der enormen Kraft und Masse des Tieres mit tödlichen Verletzungen enden. Ein Nashorn kann zudem 45km/h – also 12,5 Meter pro Sekunde – laufen und übertrifft damit knapp menschliche Spitzensportler.

Nashörner werden oft von Vögeln (Madenhacker oder Kuhreiher) begleitet, die auf der Haut sitzen und sie von Parasiten (Schmarotzer) reinigen.

Fortpflanzung

Ist ein Weibchen fortpflanzungsbereit (=brünstig), kämpfen die Männchen um sie. Der Sieger umwirbt sie und paart sich mit ihr. Ein weibliches Nashorn ist etwa 15-18 Monate trächtig. Nachdem ein Junges geboren wird, kann es bis zu zweieinhalb Jahren bei der Mutter bleiben. Sollte in dieser Zeit ein zweites Jungtier nachkommen, wird das ältere – zumindest vorübergehend – von der Mutter verjagt.


Nashornpaar beim Kräfte messen - Peter Steward www.flickr.com, CC BY-NC 2.0
Nashorn mit Madenhacker - Bernard DUPONT www.flickr.com, CC BY-SA 2.0


Ernährung

Diese großen Säugetiere haben sehr feste Verhaltensmuster und Tagesabläufe. So gehen sie zB einmal am Tag zum Trinken und dies immer auf demselben Trampelpfad. Um diesen zu wieder zu finden markieren sie ihn mit Urin und Kot.

Nashörner benötigen viel Salz und besuchen daher häufig sogenannte Salzlecken. Das sind Wasserstellen mit besonders mineralstoffreichem Wasser oder Salzablagerungen.

Die beiden afrikanischen Nashorn Arten unterscheiden sich stark im Ernährungsverhalten. Das Breitmaulnashorn ist ein typischer Grasfresser, das Spitzmaulnashorn hat sich zu einem Laubfresser entwickelt. Es ergreift die Äste eines Baumes oder Strauchs mit seiner beweglichen, verlängerten Oberlippe und zerkaut sie.

Ein asiatisches Nashorn frisst in der Nacht bis zu 50 kg Pflanzen in Form von Früchten, Blättern, Zweigen und Rinde.


Nashorn beim Schlammbad - cweng50 www.flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0
Nashörner beim "Grasen" - Peter Steward www.flickr.com, CC BY-NC 2.0


Feinde

Nashörner werden sehr alt und kennen kaum Feinde. Erst durch den Menschen wird diese Tierart in ihrer Existenz bedroht. Insbesondere die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums und das immer noch große Interesse an ihren Hörnern entwickeln sich zu einem massiven Problem.

Jagd auf Javanashorn - W.F.A. Zimmermann commons.wikimedia.org, CC0 1.0


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