Reh

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Hast du schon einmal herzförmige Hufspuren auf weichem Boden oder im Schnee entdeckt? Diese Hufspuren stammen von den scheuen Rehen, die unsere heimischen Wiesen und Wälder bewohnen.

Mit ein wenig Glück kannst du Rehe auf Wiesen und Feldern beobachten. Wenn du mit deiner Familie auf Freilandstraßen unterwegs bist, kannst du sie manchmal sogar vom Auto aus sehen.

Meistens zeigen sich Rehe nur in der Abenddämmerung oder in den frühen Morgenstunden. Wenn du sie beobachten möchtest, musst du ganz leise sein. Rehe sehen zwar schlecht, haben aber ein ausgezeichnetes Gehör und auch einen guten Geruchsinn.

Wusstest du übrigens, dass Rehe nicht nur springen sondern auch recht gut schwimmen können?

Hier erfährst du mehr über diese heimischen Waldbewohner.

Junger Rehbock - Mucki commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Spuren eines Rehs im Schnee - Tomasz Kuran aka Meteor2017 commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Allgemein

Zu der Rehfamilie zählen, wie in allen Familien, Vater, Mutter und Kind. Die männlichen Rehe werden Rehböcke genannt. Das weibliche Reh heißt Geiß oder Ricke und das Junge ist das Kitz.

Füchse zählen zu den natürlichen Feinden der Rehe. Vor allem die jungen Kitze fallen ihnen immer wieder zum Opfer.

Der gefährlichste Feind des Rehs ist der Mensch. Viele Rehe werden von Autos verletzt die zB in der Abend- oder Morgendämmerung Straßen überqueren und dabei vom Scheinwerferlicht geblendet werden.

Kitze sind durch ihre Fellzeichnung so gut getarnt, dass sie im hohen Gras beinahe unsichtbar sind. Außerdem laufen sie bei Gefahr nicht davon, sondern bleiben reglos im Gras liegen, um nicht entdeckt zu werden. Dadurch können sie von großen Mähmaschinen verletzt werden. Auch freilaufende Hunde stellen für Rehe, aber auch für andere Wildtiere, eine große Gefahr dar.

Solltest du übrigens ein Kitz im hohen Gras finden, darfst du es auf keinen Fall anfassen. Es würde dadurch einen fremden Geruch bekommen und von seiner Mutter nicht mehr erkannt werden!

Rehbock - Sylvain HAYE Prise en Lorraine, près de Nancy commons.wikimedia.org, CC BY-SA 1.0


Aussehen

Das Reh ist kleiner und zierlicher als der Hirsch, grazil und schlank. Ausgewachsene Rehe erreichen ein Gewicht von etwa 20 kg.

Das Fell des Rehs ist im Sommer rotbraun und der Spiegel (das Hinterteil) ist gelb. Im Winter hat das Fell eine graubraune Farbe und der Spiegel ist weiß. Das Fell der jungen Kitze ist weiß gefleckt.

Ein Geweih, dass in der Jägersprache Gehörn genannt wird, tragen nur die Rehböcke. Sie benötigen es, um im Frühherbst ihre Kämpfe auszutragen.

Spätestens im November werfen die Böcke dieses Geweih ab. Im Frühjahr beginnt ein neues Gehörn zu wachsen. Solange das knöcherne Geweih wächst, ist es von einer nährenden Hautschicht, dem so genannten Bast, umgeben. Die Größe des Gehörns ist allerdings nicht vom Alter des Rehbocks, sondern von der Veranlagung abhängig. Es bildet sich sogar eher zurück. Manchmal kommt es sogar vor, dass ein alter Rehbock nur noch Spieße trägt.

Mehr als drei so genannte Enden pro Stange bekommen Rehböcke jedoch nicht. Hat das Gehörn eines Rehbockes insgesamt 6 Spitzen, so wird der Rehbock auch „Sechser“ genannt. Es kommt aber auch vor, dass ein Rehbock an einer Stange 2 und an der anderen Stange 3 Enden hat. Er wird dann auch als "ungerader Sechser" bezeichnet.


Lebensraum

Rehe besiedeln beinahe ganz Europa. Sie bewohnen sowohl die tiefen Ebenen als auch die Berge bis über die Waldgrenze hinaus.

Rehe bevorzugen generell einen eher lichteren Wald mit viel Unterholz, das ihnen als Versteck dient. Es gibt jedoch auch ganze Gruppen von Rehen, die sich auf offene Äcker und Felder spezialisiert haben.

Manche Rehfamilien bewohnen sogar große Parklandschaften.

In Gebieten, in denen es sehr strenge Winter gibt, ziehen die Rehe im Herbst in ihre Wintergebiete, wo sie noch ausreichend Nahrung finden.

Im Frühjahr kehren sie dann wieder in ihre Sommergebiete zurück.

Rehe am Waldrand - hansbenn pixabay.com, CC0 1.0


Nahrung

Rehe sind wiederkäuende Pflanzenfresser. Sie bevorzugen vor allem feine Kräuter, leckere Früchte und Pilze. Sie suchen sich ihr Futter sehr genau aus. Die Kitze lernen von ihren Müttern, was besonders gut schmeckt und was sie eher vermeiden sollten.

Wenn die Rehe im Winter keine Kräuter finden, fressen sie Vorjahrstriebe und kleine Äste, bzw. im Frühjahr Knospen und junge Triebe. Viele Wald- und Wildpfleger stellen Futterkrippen auf, um den Rehen über die kalte Jahreszeit zu helfen und den Wald zu schonen. Die Natur hat hier jedoch auch mitgeholfen. Rehe benötigen im Winter allgemein weniger Futter, da ihr Darm langsamer verdaut.

Rehe, die hauptsächlich auf den Feldern und Äckern beheimatet sind, haben sich entsprechend dem dortigen Futterangebot angepasst.

Rehe sind hauptsächlich in der Morgen- und Abenddämmerung beim Fressen zu beobachten. Sie fressen aber durchschnittlich alle sechs Stunden. Zwischen den Mahlzeiten ziehen sie sich in das schützende Dickicht zurück und käuen das bereits Gefressene in aller Ruhe wieder (genau wie unsere Kühe).

Reh beim Fressen - Przykuta commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Familienleben

Rehe sind grundsätzlich Einzelgänger. Jedoch bilden die Geißen gemeinsam mit ihren Jungen während des Jahres so genannte Familienverbände. Diese werden von der erwachsenen Geiß geleitet. So ein Familienverband wird in der Jägersprache übrigens Sprung genannt.

Die Rehböcke stoßen nur in der so genannten Brunftzeit (Paarungszeit während der Sommermonate Juli und August) und im Winter dazu. Die übrige Zeit des Jahres verbringen sie als Einzelgänger.

Geiß mit ihrem Kitz - hansbenn pixabay.com, CC0 1.0 Rehe


Winterruhe

Da die Rehe im Winter nicht besonders viel Nahrung finden, versuchen sie sich wenig zu bewegen, um Energie zu sparen. Nur so können sie den Winter gut überstehen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Rehe im Winter nicht von Spaziergängern oder Wanderern gestört werden. Die Tiere würden flüchten und damit viel kostbare Energie verbrauchen.

Ist der Winter besonders streng, so werden die Rehe von Förstern und Jägern zusätzlich mit Heu, Silage, Kastanien und Zuckerrüben gefüttert.

Für die Winterfütterung der Rehe gibt es fixe Futterplätze. Es ist streng verboten, die Rehe dort zu stören! Müssen die Rehe von diesen Plätzen flüchten, kehren sie nicht mehr zurück. Viele von ihnen würden dann den Winter nicht überleben.

Reh sucht Futter im Winter - Huskyherz pixabay.com, CC0 1.0


Das Kitz

Die Rehgeiß bringt im Mai oder Juni 1 bis 2 Junge zur Welt. Das Fell des Kitzes ist braun und hat viele weiße Flecken. Diese Flecken dienen der Tarnung und schützen damit vor Feinden.

Wenn die jungen Kitze zur Welt kommen, laufen sie nicht gleich ihrer Mutter nach, sondern bleiben im hohen Gras regungslos liegen. Die Mutter kommt immer wieder zu ihrem Jungen um es zu säugen, geht dann aber sofort wieder weg, damit niemand auf ihr Kitz aufmerksam wird.

Ein weiterer Schutz vor Feinden ist der fehlende Körpergeruch des Kitzes. Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass ein Kitz von einem Menschen nicht berührt wird. Seine Mutter würde es mit dem fremden Geruch nicht mehr annehmen und es müsste verhungern.

Erst wenn die Kitze etwa vier Wochen alt sind, folgen sie ihren Müttern zum Rudel. Bereits jetzt lernen sie langsam, was fressbar ist und was nicht. Bereits im Alter von etwa drei Monaten werden sie von ihren Müttern nicht mehr gesäugt und verlieren nach und nach ihre Fellzeichnung.

Rehkitz versteckt im Gras - shaendle pixabay.com, CC0 1.0


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