Zuckerrübe

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Zuckerrüben sind Pflanzen, die in Europa für die Zuckergewinnung angepflanzt werden.

Es ist aber erst etwa 200 Jahre her, dass sie für diesen Zweck gezüchtet wurden.

Die ursprüngliche Rübenpflanze, also die „Mutter“ der Zuckerrübe war die Runkelrübe.

Diese enthält zwar auch ein wenig Zucker, wurde und wird aber als Futterpflanze verwendet.

Zuckerrübe aus Frankreich - Florence Devouard commons.wikimedia.org, CC BY-SA 4.0


Aussehen

Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Pflanze.

In ihrem ersten Jahr wachsen etwa 20 Laubblätter aus der Wurzel. Diese sind recht breitflächig und langstielig. Sie werden ungefähr 30 Zentimeter lang.
Die Wurzel selbst verdickt sich nach und nach zum so genannten Rübenkörper. Unterhalb dieser Verdickung gräbt sich die Wurzel pfahlartig bis zu 1,5 Meter tief in den Boden.

Erst im 2. Jahr bildet die Zuckerrübe einen hohen, verzweigten Blütenstand. Auf diesem sitzen zahllose kleine, recht unscheinbare Blüten, die der Fortpflanzung dienen. Für die Zuckerrübenproduktion ist es aber nicht erwünscht, dass sich Blüten bilden. Diese saugen nämlich zu viele Nährstoffe aus der Wurzel und der Zuckergehalt der Rübe sinkt. Darum werden Zuckerrüben für die Zuckergewinnung immer im ersten Jahr geerntet.

Zuckerrüben können sich übrigens nicht selbst befruchten, sondern sie zählen zu den Fremdbefruchtern. Das bedeutet, dass sie immer zumindest eine zweite Zuckerrübenpflanze zur Vermehrung benötigen.


Diese Zuckerrübe kann bald geerntet werden. - 4028mdk09 commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Anbau

Die Zuckerrübe ist eine recht anspruchsvolle Pflanze. Die benötigt viel Wasser und einen humusreichen, tiefen Boden. Allerdings darf der Boden auf keinen Fall nass sein. Lehm- und Sandböden eignen sich für den Zuckerrübenanbau überhaupt nicht.

Der Anbau von Zuckerrüben ist auch recht aufwändig. Oft wird im Herbst davor ein Wintergetreide angebaut, dessen Stoppeln nach der Ernte sofort als Dünger in den Boden eingeackert werden. Schließlich braucht die Zuckerrübe reichlich Nährstoffe.

Wenige Wochen nach der Aussaht muss der Boden durch Hacken gelockert werden. Dabei wird auch gleich ausgedünnt, damit nicht zu viele Pflanzen auf zu engem Raum stehen. Die Pflanzen, die über bleiben, werden noch einmal gelichtet. Nur die stärksten Pflanzen bleiben am Feld stehen. Die ausgerupften Rübenpflanzen werden zwischen die Reihen gelegt, damit das Unkraut nicht zu sehr wächst.

Die Aussaht erfolgt übrigens zwischen Mitte März und Anfang April.


Heute werden die Zuckerrübenfelder maschinell bestellt. - Markus Hagenlocher commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Ernte

Geerntet werden die Zuckerrüben zwischen Mitte September und Mitte November.

Je später die Ernte erfolgen kann, desto größer ist der Zuckergehalt in den Rüben. Eine späte Ernte ist allerdings nur bei gutem Wetter ohne Frosteinbruch möglich.

Früher erfolgte die Ernte noch per Hand. Die Blätter und der Kopf der Pflanze wurden abgeschnitten und die Rübe mit Spaten, speziellen Gabeln oder Rübenhebern aus dem Boden gehoben.

Nach einer ersten Reinigung kamen die Rüben auf einen Anhänger, mit dem sie schließlich zur Zuckerfabrik transportiert wurden.

Heute geschieht die Ernte voll maschinell. Doch auch die Maschinen arbeiten in diesen ursprünglichen drei Arbeitsschritten. Die Blätter und der Kopf werden entfernt, die Rüben herausgehoben und auf die Maschine oder den Hänger befördert.

Die Maschine, die all diese Arbeitsschritte alleine erledigen kann, heißt Rübenvollernter.

Nach der Ernte werden die Zuckerrüben am Rand des Feldes gesammelt, bis sie zur Zuckerfabrik transportiert werden.

Die Zeit der Zuckerrübenernte wird übrigens Kampagne genannt.


Der Rübenheber wurde früher für die Zuckerrübenernte benötigt - Markus Hagenlocher commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Verwendung

Hauptverwendung der Zuckerrübe ist die Verarbeitung zu Zucker. Eine einzige Zuckerrübe, die etwa 1 Kilo wiegt, bringt zwischen 160 und 170 Gramm Zucker. Das bedeutet eine Ausbeute von 16 bis 17 % der Rübenmasse.

Als Nebenprodukt fallen die Rübenblätter an. Diese werden entweder als Futtermittel oder als Gründünger für die Felder verwendet.

Bei der Zuckerproduktion gibt es ein weiteres Nebenprodukt der Zuckerrübe, die Melasse. Diese findet Verwendung in der Alkoholgewinnung und als Nährboden für die Herstellung von Hefe oder Zitronensäure.

Sogar die nach der Zuckergewinnung übrig gebliebenen Rübenschnitzel haben noch Verwendung. Sie werden als Futtermittel verwendet. Auch Biogas und Bioethanol kann aus Zuckerrüben hergestellt werden.

Die Zuckerrübe ist also eine Pflanze, die vollkommen verarbeit werden kann, eine Menge Möglichkeiten bietet und daher wirtschaftlich von großer Bedeutung ist.


abgepackter Würfelzucker - Hans pixabay.com, CC0 1.0


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