Burgenland

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Das Bundesland Burgenland ist das östlichste, jüngste und flachste Bundesland Österreichs.

Es zieht sich in einem langen und schmalen Streifen vom Norden in den Süden.

An der schmalsten Stelle ist das Burgenland nur 4 Kilometer breit.

Wenn du mehr über das Burgenland und seine Besonderheiten erfahren willst, ließ einfach weiter.


Steckbrief

Bundesland: Burgenland
Größe/Fläche: 3 965,46 km²
Einwohnerzahl: 292 697 (Anfang 2018)
Landeshauptstadt:


Eisenstadt
(rund 14 300 Einwohner - Stand: 2017)
Größter See: Neusiedlersee
Höchster Berg: Gschriebenstein (884 Meter)
Bodenschätze:


Braunkohle
Kalkstein
Kreide

Lage vom Burgenland - AleXXw commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Das Wappen vom Burgenland - www.fahnen-gartner.com commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Die burgenländischen Landesfarben: Rot-Gold - Jon Harald Søby commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Geschichte

Das Burgenland hat eine lange Geschichte. Sie begann mit den Römern im Jahr 15 v. Christus. Die Römer errichteten zu dieser Zeit im heutigen Gebiet des Burgenlandes die Provinz "Pannonia".

Ihr Interesse galt vor allem den Bodenschätzen, darunter Eisen und Bernstein. Die Verbindungsstraße nach Italien war die sogenannte Bernsteinstraße. Die Bevölkerung des Gebietes war eine Mischung aus Kelten, Römern und Germanen.

Um 180 n.Chr. fielen germanische Volksstämme in das Land ein. Im Jahr 375 löste der Einfall der Hunnen in Mitteleuropa die sogenannte Völkerwanderung aus.

Die Römer entschieden sich 433, die Provinz Pannonia aufzugeben. Das Land geriet in die Hände der Langobarden, die aber nach Italien weiterzogen....


Im 6. Jahrhundert begann für etwa 200 Jahre die Herrschaft der Awaren. Unter ihnen wurden Slawen im Ostalpenraum und in der pannonischen Ebene sesshaft. Die Slawen hinterließen dauerhafte Spuren in Form zahlreicher Orts- und Geländenamen.

791 eroberte der Frankenkönig Karl der Große das Gebiet. Die Awaren, die eher eine adelige Führungsschicht als ein eigenes Volk waren, verschwanden spurlos aus der Geschichte.

Im burgenländisch-westungarischen Raum begann durch die Karolinger der Aufbau einer politischen und kirchlichen Organisation. Jedoch bereits im Jahr 895 kam es durch den Einfall der Magyaren zur Zerschlagung der karolingischen Mark „Oberpannonien“.

Die Magyaren drangen bis in das heutige Bayern vor. In der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahr 955 wurden sie vom Frankenkönig Otto dem Großen besiegt. Nach und nach nahmen die Magyaren eine sesshafte, bäuerliche Lebensweise an. Das Gebiet wurde mit deutschen Einwanderern und Einwanderinnen besiedelt. Es entwickelte sich zu einem vorwiegend deutschen Sprachgebiet.


Im Jahr 1000 n.Chr. wurde der ungarische Großfürst Stephan zum König von Ungarn gekrönt. Dadurch kam das Gebiet des heutigen Burgenlandes für Jahrhunderte in ungarischen Besitz (Deutsch-Westungarn).

Zwischen Österreich und Ungarn herrschte ein ständiger Kampf um das Gebiet des heutigen Burgenlandes.

Nach 1626 gelangten große Teile des Burgenlands unter die Herrschaft der ungarischen Familien Esterhazy und Batthyany.

Nachdem Österreich 1866 den Deutschen Krieg verloren hatte, kam es zum sogenannten Österreichisch-Ungarischen Ausgleich, in dem Ungarn mehr Unabghängigkeit von Österreich erhielt. Das war die Zeit der k.u.k. Doppelmonarchie. Der österreichische Kaiser war zwar König von Ungarn, aber die Regierung in Budapest hatte ihre politischen Freiheiten. So durften ab 1898 die Gemeinden im gesamten Königreich Ungarn nur noch ungarische Ortsnamen gebrauchen.


Ab 1907 wurde der beinahe ausschließliche Gebrauch der ungarischen Sprache im Schulunterricht durchgesetzt. Das führte zu erheblichen Spannungen im deutschsprachigen Gebiet des heutigen Burgenlandes.

Nach dem ersten Weltkrieg (1914-1918) zerfiel die k.u.k. Monarchie und das Burgenland wurde der Republik Österreich zugesprochen.

Ödenburg (das heutige Sopron) sollte damals ebenfalls zu Österreich kommen. Nach Protesten der Ungarn, die Ödenburg als Hauptstadt des Burgenlandes vorgesehen hatten, kam es zu einer Volksabstimmung. Diese ergab, dass Ödenburg bei Ungarn verbleiben sollte.

1925 wurde die bis dahin relativ unbedeutende Kleinstadt Eisenstadt die Landeshauptstadt des Burgenlandes.

Bernsteinkette aus der Zeit der Hallstatt-Kultur - Flominator upload.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Karl der Große - Jean le Tevernier (um 1450-1460) commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Die Burg Schlaining um 1840 - Carl Reiner commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Deutsch-Ungarisches Ortsschild - Mihály commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Das Burgenland kommt zu Österreich - Christo, Xbspiro, Imre commons.wikimedia.org, CC BY 2.5


Geografie und Klima

Das Burgenland grenzt im Osten an die Staaten Slowakei, Ungarn und Slowenien. Im Westen wird das Bundesland durch Niederösterreich und die Steiermark begrenzt.

Das nördliche ist verglichen mit dem südlichen Burgenland sehr flach und gehört großteils zur pannonischen Ebene.

Das sonnenreiche pannonische Klima bietet gute Voraussetzungen für den Weinbau. Heute wird fast überall östlich und westlich des Neusiedlersees Wein angebaut.

Das südliche Burgenland ist hügeliger. Hier liegt der höchste Berg des Bundeslandes, der Geschriebenstein (884 m) im Günser Gebirge. Es wird auch Rechnitzer Schiefergebirge genannt. Zusammen mit dem Bernsteiner Gebirge wird das Günsner Gebirge als Günser Sporn bezeichnet. Dieser Gebirgszugebirge trennt das mittlere vom südlichen Burgenland.

Im Bernsteiner Gebirge gibt es Vorkommen von Edelserpentin, einem grünem, harten Mineral. Dieses ist nicht zu verwechseln mit dem Bernstein, dem braunem, fossilen Harz, das auch an der Nordsee zu finden ist.

Landschaft im Nordburgenland - Lukas Kaffer / I, Super.lukas commons.wikimedia.org, CC BY-SA 2.5


Weinkeller in Gols - Tuxoborg commons.wikimedia.org, CC0 1.0


Eisenstadt

Das Burgenland hat ungefähr 280.000 Einwohner und Einwohnerinnen. Davon leben etwa 13.000 in der Landeshauptstadt Eisenstadt.

Eisenstadt liegt am südlichen Fuß des Leithagebirges.

Im Stadtteil Oberberg befindet sich die Bergkirche mit dem Kalvarienberg und dem Haydnmausoleum.

Im Stadtteil Unterberg liegt das ehemalige jüdische Viertel und der alte jüdische Friedhof.

In St. Georgen, das ist der östlich gelegene Stadtteil, gibt es mehrere Heurigenschenken. Diese befinden sich in gut erhaltenen Höfen mit großen Einfahrtstoren aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Das Schloss Esterhazy ist das Wahrzeichen und das bedeutendste Kulturdenkmal des Burgenlandes. Hier finden auch die jährlichen Haydnfestspiele statt. Der Komponist und Musiker Josef Haydn (1732 - 1809) stand fast 40 Jahre im Dienst der Fürsten Esterhazy.

Der beinahe 2000 Jahre alte Attilastein am Dorfbrunnen ist ein Relikt aus der römischen Kultur in diesem Gebiet. Seinen Namen bekam er wegen seiner Inschrift „Marcus Atilius“, die noch aus dieser Zeit stammt.

In der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem ersten Weltkrieg wanderten viele Burgenländer und Burgenländerinnen in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Sie siedelten sich vor allem in Chicago an. Das führte dazu, dass Chicago zur größten Stadt der BurgenländerInnen wurde.

Lage von Eisenstadt - Niko Hofinger commons.wikimedia.org, CC0 1.0
Haydnkirche - Welleschik commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0
Schloss Esterházy - Johann Jaritz commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0


Neusiedlersee

Der Neusiedlersee liegt im Gebiet der pannonischen Ebene. Er ist 33,5 Kilometer lang, 12 Kilometer breit, 1,8 Meter tief und hat eine Fläche von zirka 285 km² (inklusive Schilfgürtel).

Dieser westlichste Steppensee Europas und wird auch "Meer der WienerInnen" genannt.

Im Neusiedler See leben mehr als 30 Fischarten. Zu diesen zählen der Aal, der Karpfen, der Zander und der Hecht.

Der Neusiedler See ist von einem breiten Schilfgürtel umgeben. Dieser bietet über 250 Vogelarten einen idealen Brutplatz und Lebensraum. Im Naturschutzgebiet "Lange Lacke" fühlen sich vor allem Wat- und Wasservögel sehr wohl.

Im Jahr 1992 wurde der Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel gegründet. Er wird grenzüberschreitend im ungarischen Nationalpark "Fertö - Hanseg" fortgesetzt.


Satellitenaufnahme des Neusiedlersees - NASA commons.wikimedia.org, CC0 1.0


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