Ottakring (16. Bezirk)
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Wusstest du, dass der Ottakringer Bach ein Filmstar ist? Dort, wo er heute in den Wienfluss mündet, wurde 1949 die Schluss-Szene des weltberühmten Filmes „Der dritte Mann“ gedreht.
Steckbrief
| Fläche: | 8,67 km² |
| Einwohnerzahl: | 93 720 (Anfang 2007) |
| Nachbarbezirke: |
Neubau Penzing Rudolfsheim Fünfhaus Hernals |
| Wichtige Bauwerke: |
Schloss Wilhelminenberg Jubiläumswarte Radetzkykaserne Wallfahrtskirche Starchant Alt-Ottakringer Pfarrkirche Europahaus |
| Wichtige Straßen: |
Kunstmeile Ottakring Ottakringer Straße Wilhelminenstraße Thaliastraße Koppstraße Wattgasse |
| Gewässer: |
Ottakringer Bach |
| Verkehrsmittel: |
U3, U6 Straßenbahnlinien J, 9, 10, 44, 46 Autobuslinien 10A, 45A, 46B, 48A, 51A 146B |
Inhaltsverzeichnis |
Wappen
Das Wappen des 16. Bezirks besteht aus zwei Teilen. Jeder Teil steht für einen der beiden Vororte, aus denen der Bezirk zusammengesetzt wurde und beide wollten in dem Wappen vertreten sein.
- Links: Der „Dreiberg“ zeigt die drei wichtigsten Erhebungen Ottakrings – die Jubiläumswarte, den Gallitzinberg und den Predigtstuhl. Das Kreuzschild steht für den ehemaligen Grundherrn, Klosterneuburg. Dieser Teil des Wappens symbolisiert Ottakring.
- Rechts: Dieser Teil des Wappens stellt eine mögliche Namensherleitung von Neulerchenfeld dar. Allerdings ist der Baum keine Lärche. Die drei Vögel aber sollen Lerchen darstellen.
Bezirksgeschichte
Früher gab es im Bezirk Hügel, Wiesen und Wälder. Durch diese Landschaft schlängelte sich ein großer Bach. Dann kamen viele Menschen, vor allem aus der Gegend des heutigen Bayern, die das Land besiedelten und hier ihre Häuser bauten. Nach einem Bayern-Fürsten mit dem Namen Otakar oder Ottacher, genau weiß das niemand, wurde eines der Dörfer Ottakring benannt. Der Bach wurde dann als Ottakringer Bach bezeichnet.
Ottakring
Die Endung –ing im Ortsnamen deutet darauf hin, dass der Ort bereits im 9. Jahrhundert gegründet wurde. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts (1147). Damals trug er den Namen Ottachringen.
Ottakring entstand um die älteste Kirche, die Lamprechtskirche, herum. Entlang des Ottakringer Baches und des Ameisbaches wuchs die Ortschaft Ottakring immer weiter.
1114 kam Ottakring durch eine Schenkung an das Stift Klosterneuburg. Diese Grundherrschaft dauerte bis 1848.
Ab dem 15. Jahrhundert kam es immer wieder zu Zerstörungen des Ortes durch Kriege. Auch die Pest setzte Ottakring stark zu. In Folge des Dreißigjährigen Krieges verarmte die Gemeinde. Sie konnte sich nicht einmal einen eigenen Pfarrer oder Lehrer leisten.
1684, nach der Zweiten Türkenbelagerung, musste Ottakring erneut aufgebaut werden. Allerdings blieben einige Teile des Ortes zerstört. Zu diesen gehörte auch der älteste Teil von Ottakring.
Viele der früheren Bewohner siedelten sich aus Sicherheitsgründen in Neulerchenfeld an. Es dauerte lange, bevor Ottakring wieder zum Leben erwachte. Vor 200 Jahren noch hatte die Ortschaft lediglich 900 Einwohner in 74 Häusern. Doch es kam noch schlimmer.
Eine Brandkatastrophe vernichtete am 11. Mai 1835 52 Häuser. Nur 30 Häuser und die Kirche blieben verschont. Das schien das Ende des Ortes zu sein.
Doch eine Spendenaktion von Neulerchenfeld und günstige Kredite durch den Grundherren brachten einen raschen Aufschwung. Ein neuer Stadtteil, Neu-Ottakring, entstand zwischen Alt-Ottakring und Neulerchenfeld. Hier siedelten sich vor allem Arbeiter und Handwerker an. Ottakring wurde nach und nach zu einer Industriestadt. Immer mehr Fabriken wurden gebaut. 1852 wurde hier die Straßenbeleuchtung eingeführt und 1881 wurde der Ort an die 1. Wiener Hochquellwasserleitung angeschlossen. Bis 1890 wuchs die Bevölkerung auf über 61 000 Menschen an. Die Gemeinde war damit die zweitgrößte in ganz Niederösterreich. Aber die Lebensqualität in der Ortschaft war schlecht. Es gab viele Menschen auf wenig Platz und durch die Fabriken herrschte große Umweltverschmutzung. Die Wohnverhältnisse waren um 1890 schlechter als in jedem anderen neuen Bezirk von Wien.
Am 1. Jänner 1892 wurde aus den Vororten Alt-Ottakring, Neu-Ottakring und Neu-Lerchenfeld trotz heftigem Widerstand der 16. Wiener Gemeindebezirk, mit dem Namen Ottakring.
Neulerchenfeld
Neulerchenfeld wurde erst nach der Zweiten Türkenbelagerung gegründet. Damals hieß die Siedlung allerdings noch Unter-Ottakring. Das kommt daher, dass die Überlebenden des Ortsteils von Ottakring, der während der Belagerung völlig zerstört worden war, näher an der schützenden Stadt Wien wohnen wollten. Der zerstörte Teil von Ottakring wurde also nicht wieder am gleichen Ort, sondern näher an der Stadt aufgebaut.
Ab dem Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Siedlung eine selbstständige Gemeinde mit dem Namen Neulerchenfeld. Der Ort wuchs, geschützt durch die Stadt, sehr rasch heran. Bereits im Jahr 1732 konnten hier 3 000 Einwohner gezählt werden.
Das weitere Wachstum der Gemeinde war allerdings eher gering, da zu wenig Fläche zur Verfügung stand. Erst ab 1872 erlebte die selbstständige Gemeinde einen Aufschwung. Es entstanden riesige Wohnbauten und die Anzahl der Einwohner stieg zwischen 1850 bis 1890 von etwas mehr als 6 000 auf 45 000 an!
Es war der Wunsch des Kaisers, Wien mit seinen Vororten zu vereinigen, auch wenn sich die Vororte zum Teil sehr dagegen wehrten. Schließlich wurde am 1. Jänner 1892 aus Neulerchenfeld und Ottakring, genau wie aus vielen anderen ehemaligen Vororten, ein Wiener Gemeindebezirk. Neulerchenfeld war also Teil des 16. Bezirks mit Namen Ottakring.
Lage und Grenzen
Ottakring grenzt im Osten an den 7. Bezirk und im Norden an den 17. Bezirk. Im Süden wird es durch den 14. und 15. Bezirk und im Westen ebenfalls durch den 14. Bezirk begrenzt.
Wichtige Gebäude
Europahaus des Kindes
Das Europahaus in der Vogeltenngasse 2 wurde 1958-1962 am Wilheminenberg erbaut. Bis 2001 wurden Kinder und Jugendliche im Kindergarten, einem Fünftage-Internat und einem Ferienheim betreut. Heute finden Kinder in sozialpädagogischen Wohngruppen ein Zuhause. Finanziert wird die Einrichtung von der Gesellschaft Österreichischer Kinderdörfer.
Genutzt wird die Anlage auch von den Wiener Kinderfreunden. Sie betreuen etwa 140 Kinder in einer Kinderstube, einem Kindergarten, Hortgruppen und Familiengruppen.
Palais Kuffner
Das Palais Kuffner in der Ottakringer Straße 118-120 war der Wohnsitz der Familie Kuffner. Ihnen gehörte die Bierbrauerei und deshalb war die Familie sehr reich. Ihr Wohnhaus musste daher auch sehr prunkvoll aussehen.
Schloss Wilhelminenberg
1785 errichtete der russische Botschafter Dimitri Fürst Gallitzin ein Sommerschlösschen. Ein paar Jahre später kaufte Julius Fürst Montleart das Schloss. Sein Sohn benannte es dann nach seiner Frau Wilhelmine.
Heute ist das Schloss ein Gästehaus. Es steht in der Savoyenstraße 2.
10er Marie
Die "10er Marie" in der Ottakringer Straße 224 ist das bekannteste Heurigenlokal im 16. Bezirk. Es liegt an der Endstation der Straßenbahnlinie 10. Früher hatten viele Weinbauern in Ottakring solche Häuser.
Rundtempel
Der Rundtempel befindet sich zwischen der Savoyenstraße und der Johann-Staud-Straße mitten im Wald. Es ist als Überrest des alten Sommerschlösschens der Familie Gallitzin erhalten geblieben. Dort befindet sich auch der höchste Punkt von Ottakring mit 387,4 Metern.
Jubiläumswarte
Die Jubiläumswarte steht am Gallitzinberg (anderer Name für Wilhelminenberg) und war früher aus Holz gebaut. Nach einem Sturmschaden wurde dort ein eiserner Turm hingestellt. Dieser stand vorher im Prater und wurde zum 50. Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef erbaut. Daher kommt auch der Name des Turmes.
Vor 50 Jahren wurde die Jubiläumswarte neu gebaut. Der Turm ist heute 31 Meter hoch und aus Beton. An schönen Tagen kann man von dort aus über ganz Wien und bis zum Schneeberg und zur Rax sehen.
Radetzkykaserne
Bald nachdem die Orte vor dem Gürtel zu Wiener Bezirken wurden, verlegte man alle Militärkasernen in die Vororte. So wurde 1896 auf dem Gelände zwischen Gablenzgasse – Panikengasse – Herbststraße – Hyrtlgasse die Radetzkykaserne eröffnet.
Yppenheim
Hier befand sich früher ein Übungsplatz für das Militär. Neben diesem "Exerzierplatz" stand ein Pflegeheim für verwundete Soldaten. Es wurde von einem Niederländer namens Simon van Yppen gespendet und steht am Lerchenfelder Gürtel 57.
Mausoleum Montleart
In der neugotischen Grabkapelle sind Moritz Fürst Montleart (gestorben 1887) und seine Frau Wilhelmine (gestorben 1895) bestattet. Es ist im Schlosspark an der Savoyenstraße zu finden.
Klinotel
Das Klinotel in der Paltaufgasse wurde auf dem ehemaligen Areal der Austria Tabak Werke errichtet. Es ist ein 60 Meter hohes Gebäude mit 25 Stockwerken und 360 Wohnungen. Wegen seiner Höhe kann man es aus vielen Teilen des Bezirkes schon von weitem erkennen.
Der Name Klinotel setzt sich zusammen aus Klinik (Spital) und Hotel, denn das ganze Haus ist ein Wohnheim für das Krankenhauspersonal des AKH.
Museen
Bezirksmuseum Ottakring
Das Bezirksmuseum am Richard-Wagner-Platz 19b ermöglicht eine Zeitreise von der Vergangenheit bis zur Gegenwart Ottakrings.
Wiener Waldschule
Die Waldschule, bei der Jubiläumswarte, ist ein Ausflugsziel für Schulklassen zum Kennenlernen der heimischen Natur. Förster und Fachpersonal klären über das Leben im Wald und ihre Arbeit auf.
Kuffner Sternwarte
Der Bierbrauer Moritz von Kuffner ließ zwischen 1884 und 1886 eine eigene Sternwarte erbauen. Sie sollte ihm zur Erforschung des Himmels dienen. Moritz von Kuffner war damals Besitzer der Ottakringer Brauerei. Heute kann die Sternwarte öffentlich besichtigt werden. Sei befindet sich in der Johann Staud-Straße 10.
Biologische Station
Am Wilhelminenberg gründete der Wissenschaftler Otto König im Sommer 1945 eine biologische Station für vergleichende Verhaltensforschung. Er beschäftigte sich mit dem Vergleich von Tier und Mensch. Unter dem Namen Biologische Station Wilhelminenberg wurde sie bekannt.
Die Station nahm ihren bescheidenen Anfang in Baracken aus dem Zweiten Weltkrieg und wurde mit der Zeit weiter ausgebaut. Auch durch Freigehege und Unterkünfte für die Tiere wurde sie laufend erweitert.
Kirchen
Neulerchenfelder Kirche
Die Kirche "Zur schmerzhaften Muttergottes" wurde 1732 bis 1752 gebaut. Im zweiten Weltkrieg wurde sie so schwer beschädigt, dass sie danach neu gebaut werden musste. Sie befindet sich auf der Neulerchenfelder Straße 47.
Pfarre „Zur Heiligen Familie“
Die Kirche am Familienplatz wurde anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Rudolf mit Prinzessin Stephanie von Belgien geplant und 1898 errichtet. Sie hat zwei 68 Meter hohe Türme.
Wallfahrtskirche Starchant
Diese Kirche wurde 1929 im Zuge der Anlage der Starchant-Siedlung erbaut. Sie wurde der Heiligen Theresia vom Kinde Jesu geweiht. Unter der Kirche befindet sich eine Krypta mit einer Theresienstatue, sowie Reliquien der Heiligen Theresia. Daher wurde sie auch zur Wallfahrtskirche. Diese Kirche befindet sich am Mörikeweg 22.
Schmelzer Pfarrkirche „Zum Heiligen Geist“
Diese Kirche wurde 1911 erbaut. Sie ist die erste Wiener Kirche aus Eisenbeton und steht in der Herbststraße 82.
Pfarrkirche Maria Namen
Die Pfarrkirche wurde am Festtag Maria Namen (am 12. September) geweiht. Daher trägt sie diesen Namen. Sie befindet sich in der Hippgasse 29.
Alt-Ottakringer Pfarrkirche
Dies ist die älteste Kirche Ottakrings. Sie wurde bereits 1230 urkundlich erwähnt und dem Heiligen Lambert geweiht. Sie befand sich ursprünglich an der Stelle der heutigen Friedhofskapelle, die im alten Ortskern von Ottakring lag. Dieser Ortsteil wurde 1683 von den Türken zerstört und nicht wieder aufgebaut. Es entwickelte sich ein anderer Ortsteil von Ottakring an der heutigen Ottakringer Straße, wo eine neue Pfarrkirche 1790 erbaut wurde. Sie wurde 1909 abgerissen. 1910 wurde schließlich eine neue Kirche zu Ehren des 80. Geburtstages von Kaiser-Franz-Josephs gebaut. Die Adresse der Kirche lautet Johannes-Krawarik-Gasse 1.
Sandleitner Pfarrkirche „St. Josef“
Diese Kirche gehört zur Gemeindewohnhausanlage "Sandleiten" und wurde als reine Arbeiterpfarre 1939 gegründet. Sie ist dem Heiligen Josef, Schutzpatron der Arbeiter, geweiht. Man hoffte, dadurch wieder viele Arbeiter für die Kirche zurückzugewinnen, da 1933 viele ausgetreten waren. Die Pfarrkirche „St. Josef“ steht in der Sandleitengasse 53.
Markuskirche
Diese evangelische Kirche befindet sich im Hofraum eines Wohnhauses. Sie wurde 1966-68 errichtet. Ihre Adresse lautet Thaliastraße 156.
Denkmäler
Den 16. Bezirk zieren einige bedeutende Denkmäler:
Die barocke Mariensäule am Johann-Nepomuk-Berger-Platz wurde im 18. Jahrhundert erreichtet. Die Sandsteinstatue zeigt Maria als Himmelskönigin.
Der Gedenkstein „Degenruhe“ ist dem Ottakringer Uhrmacher Jakob Degen gewidmet. 1808 konstruierte er den ersten funktionstüchtigen „Schwingenflieger“, eine Flugmaschine mit zwei beweglichen Flügeln. Der Gedenkstein befindet sich an der Johann-Staud-Straße 75.
Dem berühmten Feuerwehrmann Karl Kantner ist ein Denkmal gewidmet. Er war Kommandant des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren Wien. Er lebte von 1850 bis 1925. Es steht im gleichnamigen Park.
Das Geburtshaus von Ludwig Gruber befindet sich auf der Neulerchenfelder Straße 73. Er war bekannt als Komponist von Wiener Liedern. Eines seiner berühmtesten Lieder ist „Mei Muatterl war a Wienerin.“
Das Wohnhaus von Josef Weinheber hat die Adresse Hasnerstraße 134. Josef Weinheber war ein sehr berühmter österreichischer Lyriker (Gedichteschreiber). Er wurde in Ottakring geboren und wuchs in einem Waisenhaus auf. Später arbeitete er als Postbeamter. Über seine Heimatstadt schrieb er im Gedichtband "Wien wörtlich".
Das Johann-Staud-Denkmal steht am Mörikeweg 22. Johann Staud war von 1934 bis 1938 Präsident des österreichischen Gewerkschaftsbundes. Er warnte die Österreicher vor den Nationalsozialisten und wurde 1938 sofort von den "Nazis" verhaftet.
Das Denkmal des sozialistischen Politikers Franz Schuhmeier steht an der Ecke Koppstraße-Pfenninggeldgasse. Schuhmeier wurde 1913 von seinen politischen Gegnern ermordet.
Straßen, Gassen, Plätze, Brücken
Straßen und Gassen
Die Kunstmeile Ottakring wurde 1998 anlässlich der Verlängerung der U3 eröffnet und nimmt ihren Ausgangspunkt beim Areal der ehemaligen Austria-Tabak-Fabrik an der Thaliastraße, die restauriert und zur Höheren Technischen Lehranstalt umfunktioniert wurde. Zwischen U-Bahn-Endstelle und der Schule entstand ein großer Platz für öffentliche Nutzung, auf dem viele Künstlerarbeiten zu sehen sind. Unter anderem findest du dort:
- Graffiti der Wiener Graffiti Union am U-Bahn-Damm,
- Schriftkunstwerk D+S (Deutsch und Schimek),
- Skulpturen und Plastiken verschiedener Künstler.
Die Wilhelminenstraße wurde nach Prinzessin Wilhelmine Montleart benannt. Sie stiftete unter anderem 1888, aus Anlass der 40-jährigen Regentschaft Kaiser Franz Josefs I., der damaligen Gemeinde Ottakring einen Betrag von 150 000 Kronen zur Errichtung eines Spitals (Wilhelminenspital).
Zum Andenken an das "Thaliatheater", das einst hier auf der heutigen Thaliastraße 1 und 2 die Besucher unterhielt, wurde der äußere Teil der Lerchenfelderstraße in Thaliastraße umbenannt. Das Theater wurde 1856 erbaut und bereits 1870 wieder abgerissen. Das Vorstadttheater war als Holzbau mit Galerien und Platz für 4 000 Besucher errichtet worden. Das Dach aus Glastafeln war maschinell verschiebbar. Bei Schönwetter wurde die Überdachung zur Seite geschoben. Es wurden hauptsächlich volkstümliche Stücke gespielt. Auch die erste Aufführung der Wagner-Oper "Tannhäuser" fand im Thaliatheater statt.
Die Koppstraße wurde nach dem Reichstagsabgeordneten Dr. Josef Kopp benannt.
James Watt, der Verbesserer der Dampfmaschine und Erfinder des Kondensators, war Namensgeber für die Wattgasse. Die Wattgasse verbindet den 16. mit dem 17. Bezirk.
Plätze
Der Richard-Wagner-Platz ist benannt nach dem berühmten Komponisten. Die erste Aufführung der Wagner-Oper "Tannhäuser" fand im Thaliatheater in Ottakring statt.
Der Schuhmeierplatz ist benannt nach dem populären sozialdemokratischen Arbeiterführer Franz Schuhmeier. 1894 war er Chefredakteur der "Volkstribüne", 1896 Mitglied der Parteivertretung. Ab 1900 war Schuhmeier Mitglied des Wiener Gemeinderats und ab 1901 Reichsrats-Abgeordneter. Er erreichte viele Neuerungen vor allem für die arbeitende Bevölkerung wie:
- Ärzte an Schulen
- billige Wohnungen
- Ausbau von Volksbädern
- Einführung der Fürsorge (heute: Jugendwohlfahrt)
Schuhmeier wurde 1913 von Paul Kunschak, einem Chtistlichsozialen, aus politischen Gründen erschossen.
Der Yppenplatz wurde benannt nach dem Offizier des österreichisch-niederländischen Militärkontingent Simon Peter Freiherr van Yppen.
Berge
Gallitzinberg
Der Gallitzinberg hieß früher Predigtsthul. Den Namen Gallitzinberg erhielt er, nachdem der damalige russische Botschafter, Demetrius Michalowitsch Fürst von Gallitzin, weite Teile davon kaufte. Der Gallitzinberg wird aber auch Wilhelminenberg genannt, nach der Frau von Moritz Fürst von Montléart, Wilhelmine. Dieser Name des Berges ist allerdings nur inoffiziell.
Am Gallitzinberg entspringt der heute kanalisierte Ottakringer Bach. Am Osthang des Berges befinden sich einige sehr teure Villen. Diese Gegend zählt zu den teuersten und begehrtesten Wohngegenden von Wien.
Am Gipfes des Berges (449 Meter Seehöhe) befindet sich die Jubiläumswarte. Sie ist ein bekannter Aussichtsturm mit einer Höhe von 32 Metern.
Gewässer
Ottakirngerbach
Der Ottakringerbach ist heute beinahe nicht mehr sichtbar. Er wurde im Laufe der Jahre vollkommen überbaut. Und doch gibt es ihn unter den Straßen Ottakrings.
Der Ottakringerbach ist eigentlich der zweitlängste Bach Wiens. Sein Ursprung liegt im Liebhartstal im Ottakringer Gemeindewald (Gallitzenberg). Er war früher sieben Kilometer lang und mündete in einen Nebenarm der Donau. An dieser Stelle befindet sich heute der Concordiaplatz.
Heute zweigt er als Bachkanal bei der Neustiftgasse in Richtung Secession ab, wo er unter der Kreuzung Getreidemarkt und Friedrichstraße in den linken Sammelkanal des Wienflusses mündet.
Grund für die komplette Überbauung des Baches waren schlimme Epidemien, die in den 1830er Jahren ausbrachen. Auch zahlreichen Überschwemmungen wurde durch die Verbauung vorgebeugt.
Öffentliche Verkehrsmittel
U-Bahn
Die U3 wurde im Jahr 1999 vom Westbahnhof bis Ottakring ausgebaut und endet jetzt im Zentrum von Ottakring, nahe dem Bahnhof (S-Bahn) Ottakring.
Die Stadtbahn wurde in den Jahren 1892 bis 1901 von Otto Wagner auf dem ehemaligen Gelände des Linienwalls erbaut. Diese Bahn wurde zuerst mit Dampf betrieben und führte den gesamten Gürtel sowie am Wienfluss entlang. An ihrer heutigen Strecke fährt hier die U6 (Gürtelstrecke) sowie die U4 (Wientalstrecke).
Weitere „Öffis“
In Ottakring stehen neben der U-Bahn auch noch die Straßenbahnlinien 2, 9, 10, 44 und 46, sowie die Autobuslinien 10A, 45A, 46B, 48A, 51A und 146B zur Verfügung.
Parks
Karl-Kantner-Park
Karl Kantner war der Kommandant des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren Wien. Er lebte von 1850 bis 1925. Im Park ist ein Denkmal von ihm zu sehen.
Kongreßpark
Dieser Park ist benannt nach dem Wiener Kongress, der 1814/15 zur Neuordnung Europas nach den Napoleonischen Kriegen in Wien stattfand. Der Park wurde 1928 auf dem Gelände einer früheren Sandgewinnungsstätte (Sandleiten) eröffnet. Der Park, das Kongreßbad und der angrenzende Gemeindebau Sandleiten waren typische Beispiele für die Politik der damaligen Stadtverwaltung. Sie hatten zum Ziel, die Lage der arbeitenden Bevölkerung zu verbessern. Kunstwerke im Kongreßpark:
- die "Lustige Igelgruppe" aus Bronze
- die Plastik "Die Unbesiegbaren" von Feodorowna Rieß (1928)
Huberpark
Der Huberpark wurde nach dem Gemeinderat und Baumeister Anton Huber (1818 bis 1874) benannt. Er war der Erbauer der ersten Häuser in der Hubergasse.
Stöberpark
Der Stöberpark ist ein sehr kleiner Park am Stöberplatz. Er liegt direkt an der Grenze zum 17. Bezirk.
Yppenpark
Der Yppenpark am Yppenplatz wurde nach dem Offizier des österreichisch-niederländischen Militärkontingents, Simon Peter Freiherr van Yppen, benannt. Er liegt direkt hinter dem Yppenmarkt. Der Park ist weiträumig, bietet jedoch mehr Beton- als Grünflächen. Es gibt hier allerdings auch einen Kleinkinderspielplatz.
Freizeitangebote
Bäder
Das Kongreßbad in der Julius-Meinl-Gasse 7a ist ein Freibad. Daher hat es nur in den Sommermonaten geöffnet. Das Bad bietet neben einem Sportbecken und einem Erlebnisbecken auch eine Wasserrutsche, ein Kleinkinderbecken, einen Spielplatz, Beach-Soccer und einen Ballspielplatz.
Das Ottakringerbad in der Johann-Staud-Straße 11 ist sowohl ein Freibad als auch ein Hallenbad. Es wurde 1926 als Sommerbad am Rande des Wienerwaldes eröffnet. Das Ottakringerbad ist das erste Wiener Bad, in dem die Badesaison durch ein vorgewärmtes Becken verlängert wurde. 1968 wurde es zum jetzigen Kombinationsbad umgebaut.
Ein Kinderfreibad ist am Hofferplatz zu finden. Es ist speziell für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren ausgestattet.
Früher gab es in den meisten Wiener Wohnungen noch keine Badezimmer. Daher gingen die Leute in Brausebäder um sich zu waschen. In Brausebädern gibt es nur Duschen. Heute haben allerdings nur noch wenige Menschen kein eigenes Badezimmer. In Wien nennt man Brausebäder auch "Tröpferlbad". Eines der letzten Tröpferlbäder von Wien befindet sich in der Friedrich-Kaiser-Gasse 11.
Theater
Das „Ich-Du-Wir-Theater“ am Ludo Hartmann-Platz ist ein Kindertheater. Es bietet neben Theatervorstellungen auch Theaterkurse. In den Kursen entstehen spielerisch Szenen und Geschichten, werden professionelle Techniken erfahren und angewandt. Dazu gehört auch die Arbeit auf einer Bühne. Spielerisches Experimentieren und Erfahren ist das vorrangige Ziel des Gruppengeschehens.
Die Original Wiener Stegreifbühne wurde 1909 von Gustav Tschauner gegründet und ist auch heute bei den Wienern als "Tschauner" bekannt. Sie ist ein Theater in dem nicht der gesamte Text, der im Laufe der Vorstellung gesprochen wird, auswendig gelernt werden muss. Die SchauspielerInnen spielen zwar nach einer vorgegebenen Handlung, was die SchauspielerInnen sprechen ist allerdings spontan - "stegreif".
Spielplätze
Spielplätze gibt es in diesem Bezirk an diesen Orten:
- Familienplatz
- Hofferplatz
- Ludo-Hartmann-Platz
- Musilplatz
- Schuhmeierplatz
- Stilfriedplatz
- Lagerwiese an der Johann-Staud-Gasse
- Kongreßpark
Ottakringer Wald
Der Wald reicht vom Südhang des Rosentals an der Grenze zum 14. Bezirk über den Gallitzinberg, nach Norden über die Jubiläumswarte, die Kreuzeichenwiese bis zum Moosgraben an der Grenze zum 17. Bezirk. Im Ottakringer Wald befinden sich Erholungseinrichtungen wie die Jubiläumswarte, eine Rodelbahn, Spielplätze, ein Grillplatz sowie die Waldschule.
Sagen und Geschichten
Die bekannteste Sage des Bezirks hat ihren Ursprung zu der Zeit, als der Ottakringerbach noch nicht reguliert und überbaut war. Sie handelt von einem Wassermännchen, das wie alle Wassermännchen ein Quellgebiet überwacht.