Alsergrund (9. Bezirk)
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Wusstest du, dass der Rabenstein zu den ältesten Richtstätten Wiens gehört? Hier befand sich auch seit 1325 das Stadtgerichtshaus (= Schranne). Die Urteile wurden vom Balkon aus verlesen. Hier wurden Verbrecher gehängt.
Steckbrief
| Fläche: | 2,99 km² |
| Einwohnerzahl: | 39 330 (Anfang 2007) |
| Nachbarbezirke: |
Innere Stadt Leopoldstadt Josefstadt Währing Döbling |
| Wichtige Bauwerke: |
Fernwärmewerk Spittelau Markthalle Narrenturm Roßauer Kaserne Wappenhaus Palais Liechtenstein Votivkirche Altes und neues AKH St. Anna Kinderspital Wirtschaftsuniversität Medizinische Fakultät |
| Wichtige Straßen: |
Alserbachstraße Alserstraße Julius Tandler Platz Nußdorferstraße Porzellangasse Roßauerlände Spittelauer Lände Währinger Straße Währinger Gürtel |
| Gewässer: |
Alserbach Donaukanal |
| Wichtige Brücken: |
Friedensbrücke Augartenbrücke |
| Verkehrsmittel: |
U2, U4, U6 Straßenbahnlinien D, 37, 38, 40, 41, 42, 43, 44, 5, 33 Autobuslinie 40A Schnellbahn (Kaiser Franz Josef Bahnhof) |
Inhaltsverzeichnis |
Wappen
Das Bezirkswappen von Alsergrund besteht aus sieben verschiedenen Feldern, weil sich der 9. Bezirk aus sieben Vororten zusammensetzt, jeder Ort wollte im Wappen vertreten sein.
- Mitte (Alservorstadt): eine Elster auf einem Zweig
Das Wappentier wurde gewählt, weil die Namen „Alster“ und „Elster“ ähnlich klingen.
- Oben links (Michelbeuern): zwei Adlerflügel auf rotem bzw. blauem Grund
- Oben Mitte (Himmelpfortgrund): ein Osterlamm mit einer Kreuzfahne
Es steht für das Kloster der „Chorfrauen zur Himmelspforte“, nach dem der Ort benannt wurde.
- Oben rechts (Thurygrund): Johannes der Täufer
Er ist der Namenspatron von Johann Thury. Nach ihm wurde der Ort benannt.
- Unten rechts (Roßau): vier Bäume (früher waren es sieben)
Das kommt daher, weil es hier früher viel Wald (Au) gab. Auch Wiesen auf denen Pferde (Rösser) weideten, waren für die Gegend bezeichnend.
- Unten Mitte (Althangrund): Graf Althan, der Namensgeber des Bezirksteils, war Jägermeister. Darum wird der Ort durch den Hubertushirsch dargestellt.
- Unten links (Lichtental): Die Sonne und das Tal sind das Symbol für diesen Bezirksteil. Benannt wurde der Ort nach Johann Adam Fürst Liechtenstein, der hier viele Wiesen besaß.
Bezirksgeschichte
Im Gebiet des 9. Bezirks lebten etwa um die Zeit des 1. Jahrhunderts die Römer. Sie bauten dort, wo heute der 1. Bezirk liegt, das Legionslager Vindobona auf, das drei Tore hatte. Eines davon führte in die Vorstadt Canabae, durch die auch eine Militärstraße im Bereich der heutigen Währingerstraße führte. Verschiedene Ausgrabungen von Hausfundamenten, römische Münzen, Schmuck und ein alter römischer Friedhof (beim heutigen Votivpark) belegen das.
Im Mittelalter entstanden viele Kirchen und Klöster, wie etwa „St. Johann an der Als“. Auch Spitäler (zum Beispiel „St. Johann an der Siechenals“) und Bäder wurden gebaut.
Während der Türkenbelagerung fiel das Gebiet des Alsergrundes den Flammen zum Opfer. Mit den Vororten war auch die Haupteinnahmequelle Wiens, nämlich die Weinberge, niedergebrannt worden und es dauerte lange bis die Vororte wieder aufgebaut wurden. Auch eine neue Befestigungsanlage mit Basteien und dem Glacis musste errichtet werden, da die alten Palisaden den neuen Belagerungsmethoden nicht standhalten konnten.
Die Pest richtete ebenfalls großen Schaden an. Im Alsergrund wurden die an der Pest erkrankten Menschen in das „alte Lazarett“ gebracht. Es stand dort, wo heute der Arne Carlsson-Park ist. Auch im „Kontumazhof“ fanden die Kranken Platz. Dieses Gebäude lag zwischen Spitalgasse und dem heutigen Josephinum. Insgesamt wurden im Alsergrund fast 64 000 Pestopfer begraben.
Die zweite Türkenbelagerung im Jahr 1683 brachte wieder viel Zerstörung und eine Menge Tote. Doch die Wiener konnten die Feinde (geführt von Kara Mustafa) unter dem Kommando von Rüdiger Graf Starhemberg besiegen. Als die Feinde besiegt waren, wurden im Alsergrund drei Bauten errichtet, die mit diesem Krieg im Zusammenhang standen: Das Großarmenhaus wurde als Soldatenspital gestiftet, die Kirche und das Kloster der Trinitaner und die Landschaftsakademie entstand. Das war eine Art "Kriegsschule" für Adelige.
Im Jahr 1704 wurde statt der früheren Palisaden und Holzzäune ein „Linienwall“ errichtet. Er bestand aus Erd- und Mauerwerk, war 13 Kilometer lang und 3,80 Meter hoch. Der Linienwall hatte 18 Tore. Bei diesen standen auch Amtsgebäude, Linienämter und -kapellen. Drei Tore lagen im 9. Bezirk: das Hernalser, das Währinger und das Nußdorfer Linientor. Die sieben Vororte, die heute den 9. Bezirk bilden, befanden sich innerhalb des Linienwalls. 1850 wurden die Vororte Wien eingemeindet. Das bedeutet, dass sie nun ein Teil von Wien waren. Um 1890 wurde der Linienwall dem Erdboden gleich gemacht und der Gürtel gebaut.
Alservorstadt
Vor der zweiten Türkenbelagerung war das Gebiet der Alservorstadt nur sehr dünn besiedelt. Ab 1683 jedoch entwickelte sich dieser Teil des Bezirks.
Das „Krowotendörfl“ nördlich der Alser Straße entstand dadurch, dass Ende des 17. Jahrhunderts die damals am Spittelberg lebenden Kroaten, Slowaken und Slowenen gezwungen wurden, sich hier anzusiedeln.
Die Alservorstadt verfügte immer schon über mehrere Armen- und Krankenhäuser. So war es nicht weiter verwunderlich, dass 1784 das Allgemeine Krankenhaus in dem Bezirksteil eröffnet wurde.
Ab 1850 gehörte die Alservorstadt als Teil des 9. Wiener Gemeindebezirks zu Wien. 11 Jahre später wurde der südliche Teil abgetrennt und der Josefstadt zuerkannt.
Der Name Alservorstadt wurde übrigens von der Als (dem Alsbach) abgeleitet.
Althangrund
Graf Althan, nach dem der Bezirksteil benannt ist, ließ einen großen Palast, das Althan-Palais, erbauen. Dieses Palais hatte einen wunderschönen Garten. Einmal wurde darin sogar eine Platane (ein Baum) gezüchtet, die so groß war, dass sich hundert Menschen darunter stellen konnten. Das Althan-Palais wurde mehrmals verkauft und für verschiedene Zwecke umgebaut.
Heute befindet sich an dieser Stelle das Bahnhofsgebäude. Und der Platz heißt nicht mehr "Althan-Platz" sondern "Julius-Tandler-Platz".
Nördlich des Althanpalastes befand sich ein Gebiet, das "Spittelau" genannt wird. Dort lag früher das Spital der Bürger.
Auf dem Althangrund siedelten sich vor allem Handwerker an. Es wohnten Arbeiter, Webermeister und ein Schmied dort.
Die erste Wasserleitung entstand 1836-1846 in der Spittelau. Diese Wasserleitung sollte ganz Wien mit Wasser versorgen. Doch da die Stadt immer mehr und mehr wuchs, musste 30 Jahre später eine bessere und größere Wasserleitung für Wien gebaut werden, die "Erste Wiener Hochquellenwasserleitung".
Heute findest du in der Spittelau das "Fernwärmewerk Spittelau". Es steht an der Stelle des früheren Maschinenhauses. Dort wurden verschiedene Materialien der Stadt Wien aufbewahrt.
Himmelpfortgrund
Der Himmelpfortgrund wurde nach dem Kloster der "Chorfrauen zur Himmelspforte" benannt.
Der Himmelpfortgrund eignete sich besonders gut für das Wäsche waschen. Im Alserbach und im Währingerbach gab es dafür genügend Wasser und auf den Hügeln des Sechsschimmelberges wehte immer der Wind zum Wäsche trocknen. Waschmaschinen, wie wir sie heute kennen, gab es damals ja noch nicht. Die Wäsche musste mit der Hand gewaschen werden. Und so entstand eine eigene Berufsgruppe, nämlich die "Wiener Wäschermadln".
In alten Filmen werden die "Wiener Wäschermadln" oft als tolle Frauen dargestellt:
Sie waren schön, charmant, lustig, arbeiteten tüchtig und feierten gern.
In Wirklichkeit war der Wäscherinnenberuf aber gar nicht so leicht. Die Wäscherinnen mussten schon um 4 Uhr in der Früh in der Waschküche sein und sie arbeiteten oft zwölf bis sechzehn Stunden am Tag. Die "Wäschermadln" hatten eine typische Tracht (Gewand): Stiefel, eine weiße Bluse mit gebauschten Ärmeln, ein schwarzes Samtjäckchen mit Perlmutterknöpfen, einen kurzen gestreiften Rock, ein weiß- oder rotgetupftes Kopftuch und ein knallgelbes Halstuch.
Sie wurden von den "Kappelbuben" begleitet. Diese halfen ihnen die Wäsche zu tragen.
Lichtental
Früher lag das Lichtental wie eine Insel zwischen dem Alserbach und der Donau.
Es hatte früher viele Namen: "Lichtenwerd", "Talwiese" oder einfach nur "Auf der Wiesen".
Als Johann Adam Fürst Liechtenstein im Jahr 1687 die Wiesen des Vorortes kaufte, wurde diese Gegend "Liechtensteintal" oder nur "Liechtental" genannt. Beim Namen "Lichtental" ist es dann geblieben.
Einmal versuchte die Regierung der Gegend den Namen "Karlstadt" zu geben - zu Ehren des Kaisers Karl. Doch die Menschen nahmen den Namen nie an und so blieb es bei "Lichtental".
Im Jahr 1694 wurde hier mit dem Bau einer Brauerei begonnen - eine gute Möglichkeit um Geld zu verdienen. Heute steht vor dem ehemaligen Brauhaus eine moderne Statue. Sie heißt "Eine Tür für Eurydike". Danach wurden die Gründe abgesteckt und ein Haus ums andere errichtet. Viele Menschen siedelten hierher. Bald waren es so viele, dass sie sich eine eigene Kirche wünschten und bauten. Es gab damals schon zwanzig Gasthäuser in dieser Gegend. Das zeigt uns, dass die Lichtentaler lustige und gesellige Menschen waren.
Das größte Gewerbe im Lichtental war die Weberei. Es gab im Lichtental Leinen-, Baumwoll- und Seidenwebereien. Damals gab es allerdings noch nicht die Maschinen, die wir heute kennen. Im 18. Jahrhundert wurde alles noch mit der Hand hergestellt.
Michelbeuerngrund
Früher war dieser Vorort von natürlichen Grenzen umgeben:
dem Alserbach, dem Währingerbach und dem Linienwall
Er hieß zunächst "Jenseits am Alserbach", und dann "Am Alserbach". Der spätere Name "Michelbeuerngrund" wurde vom Salzburger Kloster "Michaelbeuern" abgeleitet. Denn der Michelbeuerngrund gehörte damals zu diesem Kloster.
Im Jahr 1786 wurde der Michelbeuerngrund an die Stadt Wien verkauft. In diesem Vorort entstanden das "Brünnlbad", die "Brünnlmühle" und die Armenhäuser "Zum blauen Herrgott" und "Am Alserbache" (Spitalsgasse 23). Menschen, die keine Arbeit, keine Wohnung und nichts zu essen hatten, wurden in diesen Armenhäusern mit dem Notwendigsten versorgt. Weiters gab es in Michelbeuern Ziegelgruben.
Es wurde auch die Irrenheilanstalt "Am Brünnlfeld" gebaut.
Im Jahr 1836 wurde in Michelbeuern eine Dampfmaschinenfabrik gegründet.
Roßau
Die Roßau war früher eine Aulandschaft. Auch eine Menge Pferde standen in dem Gebiet auf den Weiden. Da es damals noch keine Autos gab, mussten viele Waren, z. B. Lebensmittel, mit Pferdewagen, Schiffen oder Kutschen und später auch mit der Bahn transportiert werden. Die Pferde halfen auch dabei, die vollgeladenen Schiffe donauaufwärts zu ziehen.
Wegen der Donau lebten vor allem Fischer, Händler, Schiffmeister und Fuhrleute in der Roßau. Das Ausladen der Schiffe übernahmen die sogenannten "Strobler". Ihr Chef wurde "Stroblermeister" genannt. Es gab damals sogar den Beruf des "Sackträgers". Viele Leute verdienten sich ihr Geld auch als Holzarbeiter, denn Bäume gab es ja genug in der Gegend. Das Holz wurde von den "Holzscheibern" selbst abgeladen. Diese waren äußerst kräftige und grobe Männer, vor deren Muskelkraft man Respekt haben musste.
Ab dem Mittelalter gab es in der Roßau den "Rabenstein". Dort wurden Verbrecher bestraft.
Hast du schon einmal vom "Bäckerschupfen" gehört? Auch diese Strafe wurde in der Roßau durchgeführt. Wenn ein Bäcker Brot verkaufte, das nicht die richtige Größe hatte, wurde er zunächst verwarnt. Doch wenn er die Leute weiterhin betrog, dann wurde er in einen Käfig gesetzt und im Wasser des Donaukanals untergetaucht. So mancher Bäcker verlor dabei sein Leben! Das letzte "Bäckerschupfen" fand im Jahr 1773 unter Kaiser Joseph II. statt.
Thurygrund
Der Thurygrund wurde nach Johann Thury benannt. Dieser zog mit seiner Ehefrau Justine im Jahr 1646 als erster in diese Gegend. Sie hieß damals noch "Siechenals".
Die "Siechenals" war vollkommen verödet. Das bedeutet, es gab dort nichts - keine Menschen, keine Häuser.
Johann Thury ließ in Siechenals einige Häuser bauen und errichtete eine Ziegelei. Dort wurden Ziegelsteine hergestellt und in den Ziegelöfen gebrannt, damit sie haltbarer wurden. Mit diesen Ziegelsteinen konnten dann verschiedenste Bauwerke errichtet werden. Johann Thury starb im Jahr 1659.
Etwa 200 Jahre später wurden zwei Ziegel in der Erde mit der Aufschrift "IOHAN THVRI" gefunden. Seit damals wird Siechenals "Thurygrund" genannt.
Die Menschen, die im Thurygrund lebten, galten als humorvoll und sehr direkt. Viele Ausdrücke, die zur "urwienerischen" Sprache gehören sollen dort (und im Lichtental) entstanden sein. Die "Thurybrückler" waren stolz auf ihre kleine Welt und kümmerten sich nicht darum, was anderswo vor sich ging. Das Thurybrückel befand sich übrigens an der Kreuzung Liechtensteinstraße/Alserbachstraße.
Lage und Grenzen
Die Grenzen des 9. Bezirkes verlaufen:
Alser Straße - Universitätsstraße - Maria Theresien Straße - Roßauer Lände - Spittelauer Lände - Heilgenstätter Lände - Heiligenstätter Straße - Währinger Gürtel.
Seine Nachbarbezirke sind:
- Innere Stadt
- Leopoldstadt
- Josefstadt
- Währing
- Döbling
Wichtige Gebäude
Fernwärmewerk Spittelau
Die Müllverbrennungsanlage und gleichzeitig auch Fernwärmeanlage Spittelau wurde von 1967 bis 1971 erbaut. Die Fassade des Werks gestaltete der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser. Die Anlage ist heute mit den höchsten technischen Einrichtungen ausgestattet. Sie zählt zu den modernsten Anlagen Europas und ist das größte Fernheizwerk Österreichs. Jedes Jahr werden hier 250 000 Tonnen Müll verbrannt.
Markthalle
Sie Markthalle liegt an der Ecke Nußdorferstraße/Alserbachstraße. Früher gab es dort 117 Stände. Renoviert wurde sie 1993-1995. Seit 2002 wird sie privat genutzt.
Narrenturm
Spitalgasse 2
Im Narrenturm wurden früher die „Narren“, also die geistig Behinderten, eingesperrt und behandelt.
Der Narrenturm ist ein rundes, fünfstöckiges Gebäude. Er wurde von der Bevölkerung auch "Guglhupf" genannt. Der Turm wurde im Jahr 1784 von Isidor Carnevale erbaut. Er liegt zwischen dem Alten AKH und dem Garnisonsspital. Heute befindet sich im "Narrenturm" das Pathologisch-Anatomische Bundesmuseum.
Roßauer Kaserne
Die Roßauer Kaserne wurde im Jahr 1870 im Zuge der Stadterweiterung fertig gestellt. Sie sieht aus wie eine Festung und besteht aus roten Sichtziegeln. Sie ist 269 Meter lang und 136 Meter breit und wurde um drei große Höfe angelegt.
In der Kaserne gab es auch ein Gefängnis. Da die Roßauer Lände früher Elisabethpromenade hieß, nannten die Leute das Gefängnis scherzhaft "Liesl".
Nach dem 2. Weltkrieg zog die Wiener Polizei in die Roßauer Kaserne ein. Sie blieb bis zum Jahr 1990 dort und zog dann in ein neues Gebäude am Liechtenwerder Platz.
Albert-Schweitzer-Haus
Albert Schweitzer war ein evangelischer Theologe, Philosoph, Musikforscher und Organist. Er studierte auch Medizin und erhielt im Jahr 1952 den Friedensnobelpreis.
Das Albert-Schweitzer-Haus, in der Garnisonsgasse 14-16, wurde nach ihm benannt. Heute ist es ein evangelisches Studentenheim. Ein Teil der früheren Schwarzspanierkirche blieb erhalten und wurde in das Albert-Schweitzer-Haus integriert. Das sieht ganz interessant aus!
Wappenhaus
An der Fassade des Wappenhauses ist das Wappen des 9. Bezirks angebracht. Dieses Haus ist in der Alser Straße 48 zu finden.
Schuberts Geburthaus
In diesem Haus wurde am 31. Jänner 1797 der berühmte Komponist Franz Schubert geboren. Heute befindet sich dort (Nußdorfer Straße 54) das Schubert-Museum.
Schuberthaus
In diesem alten Schulgebäude unterrichtete der Vater des berühmten Komponisten Franz Schubert von 1789 bis 1817. Franz Schubert selbst war hier Schulgehilfe. Das Schuberthaus befindet sich in der Säulengasse 3.
Wohnhaus von Siegmund Freud
Der berühmter Wiener Neurologe und Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud lebte bis zum Jahr 1938 in dem Haus in der Berggasse 19. Dann brach der 2. Weltkrieg aus und Sigmund Freud musste mit seiner Familie Österreich verlassen. Da er Jude war, war sein Leben durch den Nationalsozialismus bedroht.
Zur Erinnerung an diesen berühmten Arzt wurde in seinem Wohnhaus das Freud-Museum eingerichtet.
Palais Liechtenstein
Das Sommerpalais der Liechtensteins ist in der Fürstengasse 1 zu finden. Es fällt durch reiche Verzierungen an der Außenseite auf. Das Vestibül (Vorraum) verläuft quer durch das Gebäude und ist riesig. Bis vor kurzem befand sich darin das Museum für Moderne Kunst. Das Museum übersiedelte im Jahr 2000 in das Museumsquartier.
Palais Württemberg
Herzog Phillip von Württemberg kaufte das Haus in der Strudelhofgasse 10 während der Bauzeit und ließ es nach seinen Wünschen umgestalten.
In diesem Palais wurde 1914 im Berchtoldsaal das Ultimatum an Serbien gestellt. Davor waren der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie in Sarajevo ermordet worden. Dies war der Auslöser für den Ersten Weltkrieg.
Museen
Im 9. Wiener Gemeindebezirk gibt es eine ganze Menge Museen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Bezirksmuseum Alsergrund
Das Bezirksmuseum Alsergrund steht in der Währinger Straße 39. Es ist im Bezirksamt untergebracht. Hier gibt es eine Menge über die Geschichte von Alsergrund zu erfahren. Dem Dichter Heimito von Doderer ist beim Museum eine Gedenkstätte gewidmet. Es gibt auch einen Erich-Fried-Raum, der den gleichnamigen Schriftsteller und Wortkünstler ehrt.
Sigmund-Freud-Museum
Das Sigmund-Freud-Museum befindet sich in der Berggasse 19. Der Wiener Neurologe Sigmund Freud (geb. 1956) wurde als Begründer der Psychoanalyse berühmt. Er lebte bis 1938 in diesem Wohnhaus in der Berggasse 19. Als Hitler an die Macht kam, floh er nach London, wo er 1982 starb. In seinem ehemaligen Wohnhaus wurde 1971 ein Museum zu seinem Gedenken errichtet.
Schubertmuseum
In dem Haus in der Nußdorfer Straße 54 wurde der Komponist Franz Schubert geboren. Deshalb wurde dort im Jahr 1912 das Schubert-Museum gegründet. Hier ist es möglich, viel über das Leben und die Werke des berühmten Musikers zu erfahren.
Zwei Räume im Schubert-Museum wurden dem Dichter und Maler Adalbert Stifter gewidmet.
Lichtentaler Pfarrmuseum
Dieses Museum wurde im Nordturm der Lichtentaler Pfarrkirche, in der Marktgasse 40, eingerichtet. Dort ist der Originalspieltisch der Schubertorgel zu besichtigen. Außerdem gibt es Plastiken, Andachtsgegenstände, kirchliche Gewänder und Gegenstände sowie Bilder zu sehen.
Museum des Instituts für Geschichte der Medizin
Dieses Museum befindet sich im Josephinum auf der Währinger Straße 25. Hier wurden zur Zeit des Kaisers noch die Ärzte fürs Militär ausgebildet.
Heute ist im Josephinum die Entwicklung der Medizin zu sehen. Es gibt dort auch eine Sammlung von Wachspräparaten aus dem Jahr 1785 zu bewundern.
Pathologisch-Anatomisches Bundesmuseum
Dieses Museum befindet sich im ehemaligen Narrenturm des Allgemeinen Krankenhauses. Es werden dort anatomische (körperliche) Besonderheiten gezeigt. "Anatomie" ist die Lehre vom inneren und äußeren Bau der Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen). Das Museum hat seinen Zugang in der Van-Swieten-Gasse.
Weitere Museen
Das Museum der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde befindet sich in der Währinger Straße 25a. Öffnungszeiten und Führungen gibt es nur nach Vereinbarung.
Das Geldmuseum am Otto-Wagner Platz hat nur Dienstag oder nach Vereinbarung geöffnet.
Kirchen
Votivkirche
Rooseveltplatz 8
Die Votivkirche ist mit ihren spitzen und hohen Türmen von weitem zu sehen. Sie schaut sehr alt aus, wurde aber erst vor ungefähr 150 Jahren errichtet.
An dieser Stelle wollte man im Februar 1853 Kaiser Franz Joseph ermorden. Auf einem Spaziergang wurde der Kaiser von einem fanatischen Ungarn mit einem Messer angegriffen. Es ist nur der Uniform Franz Josephs mit ihrem hohen Kragen zu verdanken, dass das Attentat erfolglos blieb. Als Dank dafür wurde die Votivkirche 1855-79 nach einem Entwurf von H. v. Ferstel errichtet.
Die Kirche wurde dem Stil der Romantik (frühes Mittelalter) nachempfunden. Das ist gut an den hohen, spitzen Türmen und den Rund- und Bogenfenstern zu erkennen. Das Gemäuer besteht aus Kalkstein. Dieser Stein ist eigentlich ganz weiß. Doch durch den Schmutz wird er schnell grau.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Dach der Kirche schwer beschädigt und die Fenster zerstört. Daher gibt es heute in den Fenstern moderne Glasgemälde.
Canisiuskirche
In der Lustkandlgasse 36 steht die Kirche des Petrus Canisius, dem deutschen Jesuiten und Kirchenlehrer.
Die Kirche wurde etwa um 1900 errichtet. Besonders sehenswert ist die Krypta unter der Kirche. Sie bietet Platz für ungefähr 1 000 Personen.
Lichtentaler Pfarrkirche oder Schubertkirche
Die Pfarrkirche Lichtental (Marktgasse 40) wird auch Schubertkirche genannt, weil Franz Schubert hier getauft wurde, Orgel gespielt, dirigiert und für diese Kirche zwei berühmte Messen geschrieben hat. Auch die Bank und der Orgelkasten sind noch aus dieser Zeit. Die Orgel heißt zwar immer noch Schubertorgel, wurde aber durch eine neue ersetzt.
Die einfache Fassade hat zwei Türme. In der Kirche hat Franz Zoller die Bitten des "Vater unser" in die Kuppel gemalt. In einem Turm der Kirche ist das Lichtentaler Pfarrmuseum untergebracht.
Pfarrkirche Roßau oder Servitenkirche
In der Servitengasse 9, die nach dem Orden benannt ist, der die Kirche und das Kloster errichtete, befindet sich die Pfarrkirche Roßau. Sie wurde 1670 eingeweiht und nach dem Zweiten Weltkrieg gründlich renoviert.
In dieser Kirche gibt es eine interessante Kapelle, die Kapelle des Heiligen Peregrin. Er ist der Heilige, zu dem Fußleidende beten. Zur Stärkung der Besucher verkauft der Bäcker in der Servitengasse Peregrinikipferl.
Spitäler
Altes AKH
Das Wiener Allgemeine Krankenhaus in der Alser Straße 4 entstand durch Umgestaltung des "Großarmen- und Invalidenhauses", das Kaiser Leopold I. ab 1694 errichten ließ. Die neue Widmung als "Allgemeines Krankenspital" erfolgte 1784 durch Kaiser Joseph II. Dieses riesige Krankenhaus mit seinen vielen Gebäuden wurde nicht auf einmal gebaut. Auf Grund der Entwicklung der Medizin kamen immer wieder neue Teile dazu, wie z. B. der "Narrenturm".
Da das Gelände allmählich zu beengt wurde, beschloss man 1957 den Bau des Neuen AKH. Das Alte AKH wurde zum neuen Universitätscampus umgebaut.
Neues AKH
Am 6. Juni 1994 wurde das Neue AKH feierlich eröffnet. Daran erinnert auch die Ehrentafel am Eingang des Allgemeinen Krankenhauses mit den Namen der verantwortlichen Entscheidungsträger. Das riesige Spital befindet sich zwischen Spitalgasse, Lazarettgasse und Währinger Gürtel.
Hier sind ein Teil der Medizinischen Fakultät und die Universitätskliniken untergebracht. Das Hauptgebäude ist 85 Meter hoch.
Es stehen 2 000 Betten für Patienten bereit. In den Ambulanzen lassen sich bis zu 7 000 Patienten täglich behandeln und untersuchen. Mit modernsten Geräten ausgerüstet ist das Neue AKH die größte Klinik in Österreich.
St. Anna Kinderspital
Das erste Kinderspital Österreichs wurde 1837 von Dr. Ludwig Wilhelm Mauthner in der damaligen Vorstadt Schottenfeld gründet. 12 Jahre später übersiedelte es in einen Neubau mit 120 Betten, in die Kinderspitalgasse 6.
Im 19. Jahrhundert wurden in dem Spital hauptsächlich Kinderkrankheiten wie Diphterie und Scharlach, die in Epidemien mit hoher Sterblichkeit auftraten, behandelt. Heute kümmert man sich in dieser Klinik besonders um Kinder mit Tumoren und Leukämie (Blutkrebs). 1987 wurde hier nämlich ein Forschungsinstituts für krebskranke Kinder eröffnet.
Universitäten
Im Alsergrund befinden sich zwei sehr große Universitäten Wiens:
Wirtschaftsuniversität (WU)
Auf einer Betonplattform über dem Franz-Josefs-Bahnhof wurde die neue Universität (Althanstraße) errichtet. Sie beherbergt das Biologiezentrum, das Zoologische Institut und die WU. Bis zu 10 000 Studenten gehen dort täglich ein und aus. Wegen seiner Form wird das Gebäude oft als "Kristall" bezeichnet. Trotz seiner Größe haben nicht alle Institute im Haus Platz.
Medizinische Fakultät
Wer Arzt werden möchte, studiert an den verschiedensten Instituten. Viele sind im Neuen AKH untergebracht. Andere sind über den Bezirk verteilt:
Chemisches Institut (Währinger Straße 10): Der Rohziegelbau beherbergt das Institut für medizinische und pharmazeutische Chemie und das Institut für Molekularbiologie.
Institut für allgemeine und experimentelle Pathologie (Währinger Straße 13): Pathologie ist die Lehre von den Krankheiten und ihren Ursachen.
Institut für medizinische Physiologie (Schwarzspanierstraße 17): Die Physiologie beschreibt, was im Körper passiert.
Anatomisches Institut (Währinger Straße 11-13): Hier lernen angehende Ärzte die Muskeln, Gelenke und Organe des Menschen kennen.
Institut für gerichtliche Medizin (Sensengasse 2): Da holt sich die Polizei oft Hilfe, um Kriminalfälle aufzudecken.
Hygieneinstitut: In diesem Gebäude werden Impfstoffe hergestellt. Auch das Institut für Tropenkrankheiten befindet sich hier.
Denkmäler
Vivaldi-Denkmal
Das Vivaldi-Denkmal wurde vom italienischen Bildhauer Gianni Arico geschaffen. Der Künstler hat das Standbild aus Carrara-Marmor gefertigt. Es zeigt eine Figurengruppe mit drei Musikerinnen und soll daran erinnern, dass Vivaldi den Weg zur Musik auch für junge Mädchen geebnet hat. Das Denkmal steht im Votivpark am Rooseveltplatz.
Guido Holzknecht-Denkmal
Guido Holzknecht war ein Pionier der Radiolgoie und Gründer des Zentral-Röntgen-Laboratoriums des Allgemeinen Krankenhauses im Alsergrund. Wie viele andere der ersten Röntgenforscher wurde Holzknecht ein Opfer seines Berufs. Man wusste damals nämlich noch nicht, ab welcher Dosis die Röntgenstrahlen Schaden anrichten würden. So starb Holzknecht 1931 an den Folgen eines Strahlenschadens.
In Anerkennung seiner großen Leistungen wurde im Arne-Karlsson-Park in Wien am 6. November 1932 sein Denkmal enthüllt.
Carl Auer von Welsbach-Denkmal
Auf dem kleinen Platz vor dem Institut für Radiumforschung und Kernphysik (Boltzmanngasse 3) steht das Denkmal von Carl Auer von Welsbach (1858-1929). Dieser Wiener Physiker entdeckte die seltenen Erdmetalle Lutetium, Neodym und Praseodym. Er erfand das Auerlicht (Gasbeleuchtung) und die Metallfadenlampe.
Im Hausflur des Instituts erinnert eine Ehrentafel an die 17 Forscher, die sich um die Entdeckung der radioaktiven Stoffe bemüht haben. Durch diese Forschungen ist es unter anderem möglich, dass heute Röntgenbilder gemacht werden können.
Eckstein der Freiheit
Frankplatz
Nach dem Zweiten Weltkrieg haben amerikanische, russische und französische Besatzungssoldaten in Wien für Recht und Ordnung gesorgt.
Das einzige Denkmal, das die amerikanischen "Besatzer" in Wien errichteten, ist der Würfel aus einem Stein, der "Indiana limestone" heißt. Dieses Denkmal soll zeigen, dass die Amerikaner Wien besonders schätzen, weil es ein Ort mit viel Tradition und Kultur ist. Der Würfel trägt den Namen Eckstein der Freiheit.
Straßen, Gassen, Plätze, Brücken
Straßen und Gassen
Die Alserbachstraße wurde nach dem Alserbach benannt. Dieser entspringt bei Neuwaldegg und fließt unterhalb der Friedensbrücke in den Donaukanal.
Die Alserstraße wurde ebenfalls nach dem Alserbach benannt. Diese Straße führt in die ehemalige Alservorstadt.
Ein Teil des heutigen Bezirks hieß Althangrund. Wo heute der Franz-Josefs-Bahnhof steht, hatte Graf Althan früher einen Garten und ein Palais. Die Althanstraße erinnert noch daran.
Der Name der Lazarettgasse soll an die Krankenhäuser erinnern, die hier im Mittelalter standen.
Die Nußdorferstraße führt nach Nußdorf, einem Vorort, der heute Teil des 19. Bezirks ist.
In der Porzellangasse 51 bis 55 stand einst die zweitälteste Porzellanfabrik Europas.
Früher wurde das Salz von Salzburg mit Schiffen bis ins Schwarze Meer gebracht. Stromaufwärts zogen Pferde (Rösser) die Schiffe. Diese weideten in der Roßau. Der Name der Roßauerlände und der Roßauer Gasse erinnert noch heute daran.
Die Währinger Straße und der Währinger Gürtel wurden nach dem Vorort Währing benannt, der dem 18. Bezirk seinen Namen gab.
Plätze
Der Julius Tandler Platz liegt zwischen Althanstraße, Alserbachstraße und Nordbergstraße und grenzt an den Franz-Josephs-Bahnhof. Benannt wurde der Julius-Tandler-Platz nach dem sozialdemokratischen Politiker und Universitätsprofessor Dr. Julius Tandler, dem Gründer der ersten Kinderübernahmestelle.
Der Otto Wagner Platz liegt zwischen Thavonatgasse, Universitätsstraße und Grünfeldgasse und ist nach dem berühmten Architekten Otto Wagner benannt. Nicht nur für den 9. Bezirk entwarf dieser einige Gebäude (Stadtbahnstationen, St. Johannes Kapelle).
Otto Wagner war Architekt und Professor an der Kunstakademie. Er war unter anderem für die künstlerische Gestaltung der Verkehrsanlagen (Stadtbahn) und der Donauregulierung zuständig.
Der Schlickplatz liegt zwischen Schlickgasse, Kolingasse und Hörlstraße. Dieser Platz wurde nach Franz Heinrich Graf Schlick benannt. Er war ein General der Kavallerie. Die Kavallerie sind Soldaten, die zu Pferd kämpfen. Graf Schlick ließ im Jahr 1856 das Schlick-Palais bei der ehemaligen Hinrichtungsstätte "Rabenstein" erbauen. Auf dem Schlickplatz 6 befindet sich heute die Roßauer Kaserne.
Der Spittelauer Platz liegt zwischen Grundlgasse, Gussenbauergasse und Ingen-Housz-Gasse, beim Franz-Josefs-Bahnhof. Der Spittelauer-Platz erinnert an die Donauinsel Spittelau. Dort wurden die Pestverdächtigen im Mittelalter unter Quarantäne (abgeschlossen) gehalten. Das bedeutet, sie mussten auf der Insel bleiben um niemanden anzustecken.
Brücken
Die Friedensbrücke ist eine Donaukanalbrücke. Sie wurde im Jahr 1926 erbaut. Die Brücke verbindet den 9. Bezirk mit dem 20. Bezirk (Brigittenau). Die U4 hat hier eine Station.
In den Jahren 1924 bis 1926 wurde die Friedensbrücke an Stelle der 1871/1872 erbauten Brigittabrücke nach Plänen von Otto Schönthal und Emil Hoppe errichtet. Am 3. Oktober 1926 wurde sie für den Verkehr freigegeben.
Von 1941 bis 1945 hieß die Friedensbrücke "Brigittenauer Brücke". 1945 wurde die Brücke gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört. Ein Jahr später wurde sie wieder hergestellt und in Friedensbrücke umbenannt.
Die Augartenbrücke ist ebenfalls eine Donaukanalbrücke. Sie verbindet den 9. Bezirk mit dem 2. Bezirk.
1782 wurde hier die "Neue Brücke", eine Holzjochbrücke, über den heutigen Donaukanal errichtet. 91 Jahre später wurde sie durch eine Eisenbrücke mit Hängewerk und Tragketten ersetzt.
Die vier Portalpfeiler aus Granit trugen allegorische Bronzefiguren (Malerei, Poesie, Industrie, Astronomie).
1931 wurde die Brücke erneuert und 1945 durch zurückweichende deutsche Truppen wieder zerstört. Sie wurde aber 1946 als erste Donaukanalbrücke nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt.
Gewässer
Alserbach
Die Bedeutung des Baches für den Bezirk ist daran erkennbar, dass er nach diesem Bach benannt wurde. Früher war der Bach die wichtigste Wasserquelle in dieser Gegend. Die Bewohner waren auf das Gewässer angewiesen. Er speiste die Brunnen, versorgte die Menschen mit Fischen und bewässerte die Felder und Weingärten. Auch die Wäsche wurde hier gewaschen und er wurde als Verkehrsweg zum Transport von allerlei Gütern und Waren genutzt.
Der Alserbach führte meist sehr viel Wasser, da er von zwölf Quellen gespeist wurde. Zeitweise aber trocknete er auch aus, was zu schlimmen Dürreperioden führte.
Da es damals noch keine Kanalisation und Mistplätze gab, kippten die Bewohner ihren Müll in das Bachbett. Die Abwässer flossen in den Alserbach und von da in die Brunnen. Am Ufer des Baches lag der faulende Mist. Durch diese Verunreinigung kam es immer wieder zum Ausbruch von Krankheiten und Seuchen.
Um den Seuchen vorzubeugen wurde 1840 beschlossen, den Alserbach unter die Erde zu verlegen. Der Bau des Alserbachkanals dauerte sechs Jahre. Die Decke dieses Kanals musste seither mehrmals erneuert werden, um dem wachsenden Straßenverkehr standhalten zu können.
Donaukanal
Der Donaukanal hieß früher auch kleine Donau oder Wiener Wasser. Er ist ein Seitenarm der Donau in Wien. Sein rechtes Ufer bildet unter anderem die Grenze des 9. Bezirks zum 2. und 20. Bezirk.
Früher war der Donaukanal der Hauptarm der Donau. Jedes Hochwasser der Donau veränderte den Lauf des Flussbettes. Erst um 1700 wurde dieser Arm der Donau als Donaukanal bezeichnet.
Das heutige Bett des Kanals wurde im Zuge einer Donauregulierung im 19. Jahrhundert (1870) gebaut.
Heute ist der Donaukanal Standort von Sommerbädern und Anlegestelle der Donauschifffahrt. Möglicherweise werden die Pläne der Stadtpolitik, den Donaukanal stärker in das Stadtleben einzubeziehen, in naher Zukunft umgesetzt. Geplant sind etwa großflächige Überplattungen, Wassertaxis und schwimmende Hotels.
Öffentliche Verkehrsmittel
U-Bahn
Der 9. Bezirk ist durch die U-Bahn gut erschlossen. An der nordwestlichen Grenze, nämlich am Gürtel, fährt die U6. Diese hat 5 Stationen im Alsergrund: Alserstraße, Michelbeuern/AKH, Währingerstraße, Nußdorferstraße und Spittelau.
In der Station Spittelau kreuzt sich die U6 mit der U4. Letztere verläuft entlang des Donaukanals und hat im Alsergrund 3 Stationen: Spittelau, Friedensbrücke und Roßauer Lände.
Beim Schottentor steht noch eine dritte U-Bahn-Linie zur Verfügung: die U2.
Straßenbahn und Autobus
Beim Verkehrsknotenpunkt Schottentor treffen viele Straßenbahnlinien aufeinander: D, 1, 2, 37, 38, 40, 41, 42, 43 und 44. Weiters fahren im Alsergrund die Linien 5 und 33.
Die Autobuslinie 40A fährt vom Schottenring durch den Alsergrund bis zur Felix-Dahnstraße in Döbling.
Parks
Obwohl der 9. Bezirk sehr eng bebaut ist, gibt es hier eine ganze Menge Parks mit Grünflächen und Spielplätzen.
Der Lichtentaler-Garten ist der zum Palais Liechtenstein gehörige Park. Mitten im Park steht auch das frühere Lusthaus. Der Park liegt zwischen Alserbachstraße und Liechtensteinstraße.
Der Erwin-Ringel-Park am Schlickplatz ist nach dem Univ. Prof. Dr. Erwin Ringel benannt. Er war einer der bedeutendsten Psychiater und Tiefenpsychologen, der die „österreichische Seele“ erforschte und therapierte. Dieser Mann eröffnete das erste Selbstmordverhütungszentrum Europas in Wien.
Der Josef-Ludwig-Wolf-Park wurde nach dem gleichnamigen Heimatforscher und Mundartdichter benannt. Er befindet sich zwischen Augasse und Althanstraße.
Der Arne-Carlsson-Park wurde nach einem Schweden benannt, der nach dem Zweiten Weltkrieg Hilfsaktionen für Wien leitete.
Während des Zweiten Weltkriegs war hier ein großer Luftschutzbunker, in dem sich die Menschen während der Luftangriffe aufhielten. Im Park steht ein Denkmal für die Schwedin Elsa Brändström, die vielen Kriegsgefangenen in Sibirien während des Ersten Weltkriegs half. Auch ein Denkmal für den Röntgenarzt Guido Holzknecht ist hier zu finden.
In diesem Park gibt es einen großen Spielplatz, einen Sportplatz und eine Skateanlage.
Der Lichtentalerpark befindet sich in der Marktgasse/Lichtentalergasse. Er wurde nach dem 1702 gegründeten Vorort Lichtental benannt. Im Park gibt es einen schönen Ballspielplatz sowie einen Kinderspielplatz. Gegenüber dem Parks steht die Schubertkirche.
Der Ostarrichi-Park am Otto-Wagner-Platz befindet sich vor der Österreichischen Nationalbank. Er trägt den alten lateinischen Namen Österreichs.
Der Sigmund-Freud-Park und der Votivpark liegen direkt nebeneinander. Die Grünflächen um die Votivkirche werden als Votivpark und die Grünflächen zum Ring hin als Sigmund-Freud-Park bezeichnet.
Zum 40. Jahrestag der Gründung der EU wurden 1997 kreisförmig 16 Bäume gepflanzt, für jedes der 15 Mitgliedsländer einer und einer für die gesamte EU.
Im Park befindet sich das Sigmund-Freud-Denkmal, das Vivaldi-Denkmal und eine Marmorstatue von Rudolf Moratti (1942-2000). Im Sommer nützen Studenten und Touristen den Park als Picknickplatz.
Freizeitangebote
Kinos
Früher gab es im Alsergrund viele Kinos. In seiner besten Zeit waren es dreizehn. Doch als in den Fünfzigerjahren der Fernseher aufkam, mussten viele Kinos zusperren. Heute gibt es noch 4 Kinos im Alsergrund:
- Auge Gottes Kino: Nußdorfer Straße 73
- Kolosseum Center: Nußdorfer Straße 4
- Schubertkino: Währinger Straße 46
- Votivkino: Währinger Straße 12
Theater
Die Volksoper wurde zum 50. Jubiläum von Kaiser Franz Josef I. erbaut. Daher hieß sie früher „Kaiserjubiläumstheater“. Sie wurde 1898 eröffnet und bot Platz für 1 840 Besucher und Besucherinnen. Nicht nur Theaterstücke, sondern auch Opern, Operetten und Singspiele wurden aufgeführt. Diese begeisterten auch das "normale Volk" und so erhielt die Volksoper ihren heutigen Namen.
Nach dem zweiten Weltkrieg war die Staatsoper so stark beschädigt, dass die Volksoper zehn Jahre lang das einzige Opernhaus in Wien war. Die Wiener liebten die Oper so, dass 14 Tage nach Kriegsende bereits die erste Aufführung in der Volksoper stattfand. Es war dies "Figaros Hochzeit" von Mozart.
Die Porzellangasse wird scherzhaft „Broadway des Alsergrundes“ genannt. Das kommt daher, weil in dieser Gasse viele Theater nebeneinander stehen.
Eines dieser Theater ist das Forum (Porzellangasse 50). Hier werden avantgardistische (neue, moderne) Stücke, Musicals und Boulevardstücke aufgeführt.
Im Schauspielhaus Wien in der Porzellangasse 19 werden viele moderne Stücke uraufgeführt. Das heißt, dass sie zum ersten Mal gespielt werden. Auch Gastspiele von anderen Theatern (auch aus dem Ausland) finden hier statt.
Das zweite Theater in Wien, in dem Theaterstücke in Englischer Sprache angesehen werden können, ist das International Theatre. Es befindet sich in der Porzellangasse 8.
Das Studio Moliere in der Liechtensteinstraße 37 zeigt französische Bühnen- und Kinostücke. Da alles in französischer Sprache aufgeführt wird, kann man beim Theaterbesuch Französisch üben.
Die Stücke, die in der Kleinen Bühne am Lichtenwerd (Liechtensteinstraße 132) aufgeführt werden, können als Experimentaltheater (Experiment = Versuch) beschrieben werden. Sie sind sehr ungewöhnlich aufgebaut.
Sonstige Freizeitangebote
Mit einem Bücherausweis für die Städtische Bücherei in der Simon-Denk-Gasse 4-6 können Bücher, CDs, Videos und Computerspiele ausgeliehen werden.
Sagen und Geschichten
Über den Alsergrund und seine Kuriositäten gibt es eine ganze Menge Sagen und G’schichten. Die wichtigsten sind nachfolgend aufgelistet:
Externe Links